SCO-Anklage: IBM vernichtete die Beweismittel (Update)

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Zum Wochenende gab es eine weitere unerwartete Wendung im ewigen Streit um das geistige Eigentum des Linux-Kernels. Bislang sah das Gericht keinen einzigen stichhaltigen Beweis für die Diebstahl-Vorwürfe – aber dafür gibt es angeblich einen guten Grund.

Mit einem unerwarteten Haken haben die SCO-Anwälte jetzt zu einem Tiefschlag gegen IBM angesetzt: Die Linux-Firma hätte deshalb keinen stichhaltigen Beweis dem Gericht vorlegen können, weil IBM schlicht alle Beweise vernichtet hätte, berichtete gestern “The Inquirer“.

Im Streit um angeblich geklauten Code im Linux-Kernel bezieht sich das Unix-Unternehmen auf die Aussagen eines IBM-Entwicklers, der im Ermittlungsverfahren zu Protokoll gegeben hat, dass die Dynix- und AIX-Programmierer zum Löschen einiger Versionen der Software aufgefordert worden wären. Dies sei unmittelbar nach Bekanntwerden der Anklage erfolgt.

Wenig überraschend: IBM schweigt bislang zu den Vorwürfen. Gelingt es SCO nun, genügend relevante Indizien für die Löschung vorzulegen, könnte dies dem Verfahren rund um den Code-Diebstahl im Linux-Kernel neuen Schwung verleihen. Ja, die komplette Voruntersuchung könnte neu aufgerollt werden. Das wäre also ein komplett frischer Revanche-Kampf. (rm)

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