Neuer Proof-Drucker von HP: B9180
Profitinte von HP

DruckerKomponentenWorkspace

Für den B9180 hat HP eine Tinte entwickelt, die beständige Drucke garantieren soll. PCpro hat sich im HP-Labor umgesehen.

Besuch beim HP-Entwicklungslabor

Neuer Proof-Drucker von HP: B9180

Bislang war Epson der einzige Hersteller, der mit dem Stylus Photo R2400 einen Proof-Drucker für unter 1000 Euro anbot – andere Tintenstrahler dieser Klasse kosten über 2000 Euro. Ein Proof-Drucker muss selbst nach einem Tintenwechsel oder längerer Ruhezeit gleich gute Druckqualität in puncto Farbechtheit und -stabilität liefern. Der deshalb bei Fotografen beliebte Epson-Drucker bekommt nun mit HPs Photosmart Pro B9180 einen Konkurrenten, der mit 700 zudem um 200 Euro günstiger ist.

Einen Einblick in die Entwicklung eines solchen Printers konnte sich PCpro bei einem Besuch der HP-Einwicklungslabors in San Diego verschaffen. Erstmals gewährte HP Journalisten Eintritt in die heiligen Labore, vom Reinraum bis zur Tintenmischer-Halle.

Stärkster Eindruck beim Rundgang: Es ist viel Entwicklungsarbeit nötig, bis Drucker und Tinte im Handel sind. An der Pigment-Tinte für den B9180 arbeiteten beispielsweise über 20 Diplom-Chemiker parallel. Alle anderen Photosmarts verwenden bislang Dye-Tinte, bei der der Farbstoff in Wasser gelöst wird. Dies funktioniert bei Farb-Molekülgrößen von 2 Nanometern problemlos.


Riesenmoleküle

Neuer Proof-Drucker von HP: B9180

Die Moleküle von Pigment-Tinte sind mit 50 bis 100 Nanometern aber vergleichsweise riesig und gehen nur schwer eine Verbindung mit Wasser ein – sie neigen dazu, sich in der Patrone und im Druckkopf abzusetzen. Bilden sie einen Bodensatz im Tank, ist der nicht mehr zu gebrauchen. Noch fataler ist das Eintrocknen im Druckkopf: Er muss dann zu Kosten von rund 100 Dollar pro Farbe ausgetauscht werden.

HP hat nach eigenen Angaben für den B9180 Tausende von Pigment-Arten getestet und gemischt, bis eine korrekte Abstimmung auf die Druckköpfe erreicht war. Der Grund für die Mühe: Pigmentierte Tinte ist nicht nur wasserfest auf vielen Papiersorten. Vor allem Fotografen legen Wert darauf, dass Ausdrucke unter Lichteinwirkung nicht ausbleichen. Ebenso wichtig ist auch die Druck-Konsistenz.


Die verschwindende Tinte

Neuer Proof-Drucker von HP: B9180

Die HP-Entwickler haben den Zeitraum beziffert, in dem sich die Tintentanks des B9180 bei Nichtbenutzung durch automatische Reinigungsläufe selbstständig leeren: Nach 400 Tagen ist Schluss. Darüber, ob dies viel oder wenig ist, kann gestritten werden.

Unstrittig ist: Dieses Problem betrifft die Pigment-Tintenstrahl-Geräte aller Hersteller, denn ohne regelmäßigen Spülgang ist der Druckkopf wegen der Pigment-Eintrocknung verloren. Dies ist beim heutigen Stand der Technik nicht zu vermeiden. Würden alle Drucker-Produzenten mit dem Thema so offen umgehen wie HP, wäre der Frust der Anwender über Tintenverlust und defekte Druckköpfe wahrscheinlich weniger hoch.


Kompliziertes Drucken

Neuer Proof-Drucker von HP: B9180

Um mit einem Echtfarb-Drucker gute Ergebnisse zu erzielen, genügt ein Druck auf den »Print«-Knopf nicht: Nur die richtige Wahl der Farbprofile garantiert gute Ausdrucke. So sind unter anderem ein Eingangs- und ein Ausgabeprofil einzustellen – was ohne Erfahrung nicht einfach ist. HP liefert beim neuen Modell hierfür vorgefertigte Profile und ein Photoshop-Plug-in mit.

Die Frage, ob der B9180 der einzige günstige Proof-Drucker von HP bleiben wird, beantwortet der HP-Druckerguru John Mayer grinsend mit der Gegenfrage: »Rentiert es sich, für nur ein einziges Druckermodell Tausende von Tintenkombinationen auszuprobieren?«

Man kann also davon ausgehen, dass der B9180 nur den Beginn einer Serie von HP-Pigment-Druckern darstellt.