AMD braucht ATI zum Überleben (Update)

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Nun ist es also vollbracht bzw. wird in ein paar Stunden vollendet sein: Grafikkartenspezialist ATI gehört dann zum Chipkonzern AMD. Deren CEO Hector Ruiz musste doch noch schnell bei einem Banker seines Vertrauens vorbei und sich rund 2 Milliarden Euro für dieses Abenteuer leihen; unbar ging der strategisch so wichtige Deal doch nicht über die Bühne.

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Er wolle die “Industrie neu erfinden” nahm Ruiz heute den Mund reichlich voll als er frühmorgens mit ATI CEO Dave Orton in New York die Firmenverschmelzung öffentlich verkündete. AMD erklärte sich bereit, alle ausstehenden ATI-Aktien für 3,36 Milliarden Euro in bar zu kaufen und ansonsten per Tausch noch 57 Millionen der eigenen Aktien an die Alteigentümer zu überreichen. Der Gesamtwert des Einkaufs umfasst damit 4,32 Milliarden Euro. Jetzt müssen natürlich noch die Aktionäre in Mehrheit zustimmen.

Was wird dann eigentlich aus Dave Orton? Er hat sich breitschlagen lassen, bei AMD den “Executive Vice President” zu spielen und ATI als Sparte weiterzuführen. Viele hundert Mitarbeiter werden nicht so viel Glück haben, denn ein Stellenabbau scheint schon beschlossene Sache zu sein. Exakte Zahlen gibt es nur hinsichtlich des Einsparpotenzials: 60 Millionen Euro sollen es sein. Angesichts von 15.000 Mitarbeitern klingt das geradezu freundlich. Das gemeinsame Unternehmen dürfte nach der Konsolidierung etwa 5,8 Milliarden Euro umsetzen.

Kurzfristig betrachtet dürfte der Deal nVidia und Intel belasten. nVidia verliert praktisch seine enge Partnerschaft mit AMD, während Intel bislang von ATI viele Chips bezog. Nun könnten sich Intel und nVidia näher kommen – theoretisch. Über die langfristigen Auswirkungen macht sich Kollege Charlie Demerjian Gedanken. (rm)

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