US-Datenspionage in Europa: Auch deutsche Bankkonten ausgespäht (Update)

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News_SWIFTaffäre.gif Die internationale Affäre rund um die geheime Weitergabe europäischer Bankdaten an die US-Geheimdienste zieht weite Kreise. Neben datenschutzrechtlichen Protesten und der höchst dubiosen Vorgänge sind europäische Unternehmen nun besorgt, dass ihre Daten in den USA der Industriespionage dienen könnten.

Die US-Geheimdienste haben in den USA einen größeren Abhörskandal an der Backe, da sie alle internationalen Telefonate, E-Mails und auch nationale Daten seit 2001 kopieren. Dabei gaben sie ganz nebenbei zu, direkt in Belgien beim internationalen Banken-Datennetz SWIFT sämtliche internationalen Kontenbewegungen (etwa 20 Millionen) jahrelang protokolliert zu haben (wir berichteten). Gestern wurde klar, dass bei der Affäre auch die Daten von deutschen Inlandsüberweisungen in amerikanische Hände gelangt sein dürften.

“Unsere Nachforschungen haben ergeben, dass nicht nur praktisch alle Auslands-, sondern auch alle Eil-Überweisungen im Inland über SWIFT abgewickelt werden – und das bereits seit dem New-York-Anschlag”, erklärt Christian Jeitler vom Verein Quintessenz. Jener setzt sich für die Stärkung von Bürgerrechten im IT-Zeitalter ein und fordert nun alle Kontoinhaber auf, ihren Bankinstituten auf den Zahn zu fühlen. Zu diesem Zweck liegt auf deren Homepage ein griffiger Musterbrief zum Download bereit.

“Die eigenmächtige Weitergabe von Daten durch die Firma SWIFT stellt einen eindeutig illegalen Vorgang und eine klare Verletzung des Bankgeheimnisses dar”, beschwerte sich online Hans Zeger, Obmann der Datenschutzorganisation ARGE. Er fordert alle Betroffenen in Europa auf, Proteste an die jeweiligen Datenschutzbeauftragte zu richten. Womöglich werden sogar die Politiker wach. CIA-Flüge? Kinderkacke! Privat- und Firmen Konten ausspähen und alle E-Mails kopieren ist doch ein direkter Einbruch in IHRE Privatsphäre. (rm)