LG Telekom verliert 3G-Lizenz

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Die südkoreanische Regierung entzieht der Tochter von LG Electronics die 3G-Mobilfunklizenz – sie hatte die Frist zum Start des Netzes nicht einhalten können.

Wer viel verspricht und nichts hält, verliert in Südkorea schon einmal die Lizenz – Dinge müssen eben fristgerecht passieren. LG Telecom (LGT) jedenfalls wurde die Mobilfunklizenz für 3G-Netze entzogen, weil es der Firma nicht gelungen war, Mobilfunkangebote für die neuen Netze in der festgesetzten Frist zu starten. Dies teilte das Telekommunikationsministerium gestern in Seoul mit.

LGT muss 100 Millionen Dollar Strafe zahlen, der Konzernchef Nam Yong solle seinen Rücktritt einreichen und persönlich Verantwortung übernehmen. Das Ministerium behauptet, das Unternehmen habe den Aufbau eines CDMA-IMT-2000-Netzes vorzeitig aufgegeben, Pläne zur “Bereitstellung von Services oder Investitionen” bestünden nicht. Die 23 Millionen Dollar, die LGT für die Lizenz für das Funken in diesem Bandbereich im Mai 2002 zahlte, können also abgeschrieben werden. Im Jahr zuvor hatte die die Regierung schon die Genehmigung zum Bau eines UMTS-Netzes verweigert.

LGT ist enttäuscht, zumal Netzwerkausrüstung für die CDMA IMT-2000-Technologie noch nicht entwickelt worden sei. Ein Netzaufbau sei deshalb nicht möglich gewesen. Wieso dann aber 23 Millionen für eine Lizenz gezahlt wurden, ist nicht klar – vielleicht hatte die Regierung erwartet, dass LG entsprechende Technik entwickelt.

Das Management bot der Regierung noch an, noch dieses Jahr ein Netz auf Basis “anderer Technologien” zu errichten. Währenddessen haben die Mitbewerber Korea Telecom und SK Telecom UMTS-Netze errichtet; die Lizenzen dazu hatten sie im Jahr 2000 für 1,1 Milliarden Dollar gekauft – fast so teuer, wie der damalige Run auf UMTS in Deutschland. (mk)

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