Milliarden-Investitionen für das Breitbandgeschäft

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INQ_Kabelmarkt.jpg Die deutschen TV-Kabelnetzbetreiber wollen mit Investitionen in Milliardenhöhe der Deutschen Telekom in punkto Breitband-Internet Paroli bieten.

Derzeit entfallen überwältigende 97 Prozent des Marktes bei schnellen Internetzugängen auf die von der Telekom favorisierte DSL-Technik. Das ist nicht normaaaal! Richtig, zum Vergleich: In anderen EU-Ländern kommen die Kabelnetzbetreiber auf einen Marktanteil von 50 Prozent.

Hintergrund für das Ungleichgewicht in Deutschland sei die Zersplitterung der TV-Kabellandschaft, führt Wolfgang Heer aus, Pressesprecher des Verbandes für Telekommunikation. Er glaubt zwar langfristig an die Chance der Kabelnetzbetreiber im Breitbandgeschäft, sieht aber derzeit die Marktführerschaft der Deutschen Telekom nicht gefährdet.

“Wer die Anschlüsse der Kabelverzweiger zu den Haushalten, ausschließlich im Besitz der Telekom, nachbauen möchte, müsste mindestens 5 bis 6 Milliarden Euro investieren. Daher ist ihre Marktführerschaft in den nächsten zehn Jahren nicht gefährdet, trotz der steten Kundenverluste”, glaubt Wolfgang Heer. Die Kabelanbieter rüsten nun ihre Netze, die bislang ohne Rückkanal keine Telekom- und Internetdienste möglich machen, auf. “Wir haben wenige Monate nach dem Start bereits 70.000 Internet- und Telefonkunden”, verkündet der Sprecher von Kabel-Baden-Württemberg, Axel Dürr. Na heißa, bei der Quote sind es bis zur totalen Marktbeherrschung ja nur schlappe 400 Jahre.

Kabel Deutschland sieht sich und die Kollegen im Breitbandgeschäft gegen die Telekom gut gerüstet. “Wir nehmen die deutsche Telekom als Player sehr ernst. Anfang 2009 wollen wir rund 90 Prozent unserer Kabelnetze aufgerüstet haben, um konkurrenzfähiger zu sein”, lässt Kabel Deutschland per Pressemitteilung verbreiten. Zwischen 1,2 und 1,5 Milliarden Euro werde das kosten. “Bis zum Ende der Dekade dürfte der Marktanteil der Kabelfirmen von 1,5 Prozent auf acht bis zehn Prozent steigen”, rechnet Philipp Geiger von der Unternehmensberatung Solon hoch. Jetzt wissen wir, warum die Heuschrecken so gerne die Deutsche Telekom schlucken möchte. (rm)