Game over: US-Behörden verhaften Portalbetreiber

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INQ_PokernUpdate.jpg David Carruthers (Bild) ist CEO. Vom bekannten Portal BetOnSports. Er hat nur drei Probleme: Seit gestern sitzt er im Gefängnis. Und sein Portal ist offline, verdient also keinen Cent mehr. Die Börsen stellten daraufhin sofort den Handel mit der Aktie ein. Sein viertes Problem: Er ist kein Verbrecher, nur Geschäftsmann.

Konservative US-Politiker, Moralapostel und Kinderseelenschützer haben zur Jagd geblasen. Sie alle wollen das Spielen im Internet ausmerzen. Vor allem dort, wo Geld eingesetzt wird. Das Wort von der Prohibition macht bereits die Runde. Als erster Warnschuss diente nun die superkrasse Aktion gegen das Wettportal BetOnSports. Krass deshalb, weil die Firma gar nicht in den USA sitzt: Das Hauptquartier befindet sich in Costa Rica! Dorthin wollte David Carruthers gerade fliegen als er am Flughafen von Dallas verhaftet wurde. Es gab Handschellen und den Vorwurf, in verschwörerischer Weise US-Bürgern verbotene Wetten anzubieten.
Das US-Gericht aus Missouri möchte am liebsten auch noch gleich Firmengründer Gary Kaplan, Medienmanager Peter Wilson und neun weitere führende Angestellte hinter Gittern sehen. Ob die jetzt nach Kanada oder Mexiko geflohen sind?

Es gibt einen Gesetzentwurf, der letzte Woche vom Repräsentantenhaus mit überwältigender Mehrheit verabschiedet wurde. Darin soll das Internet-Spielen um Geld (auch Online-RPGs?) in den gesamten USA zur illegalen Handlung gestempelt werden. Noch gilt das nicht, denn der Senat und der US-Präsident müssen noch zustimmen (wir berichteten).
Falls das passiert, dürfte es wahrscheinlich eine Auswanderungswelle geben, denn zahllose Online-Spieler möchten sicherlich nicht in die Illegalität gedrängt werden – oder ihr Hobby aufgeben. (Matt Chapman/rm)

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