Auch England hat jetzt seinen GEZ-Skandal

Allgemein

INQ_BBZ_GEZ.jpg Die BBC ist Großbritanniens erwührdiger alter öffentlich-rechtlicher TV-Sender, der soeben durch die Forderung nach einer Gebührenerhöhung unangenehm auffällt. Begründung auch jenseits des Kanals: man biete schließlich mehr digitale Inhalte an. Die Privatsender fürchten Wettbewerbsverzerrung (so wie bei uns).

Die britische Regierung überprüft derzeit eine Neuauflage der Finanzierung der unabhängigen Rundfunkanstalt. Kritik wird laut an der Programmgestaltung des einst vorbildlichen Senders, dessen Qualität im Rahmen des Quotenwettkampfes mit den Privatsendern mehr und mehr an Qualität einbüße. Die BBC begründet die geforderte Erhöhung mit dem Ausbau moderner Übertragungsangebote wie digitales Fernsehen und Internet.

Die sinkenden Zuschauerzahlen bringen die Rundfunkanstalt in Zugzwang. Im Jahresbericht der BBC, der diesen Monat veröffentlich wurde, spricht Mark Thompson, BBC-Chef, von der Beziehung zu den Zuschauern, die sich im stetigen Wandel befinde. “Die BBC macht derzeit einen großen Wandel durch, da sie von der traditionellen, linearen Übertragung zu anspruchsvollen und interaktiven digitalen on-demand Medien übergeht.”
Die Pläne der BBC, in kommerzielle Aktivitäten vorzudringen, brachten natürlich die Privatsender auf. Im Zentrum der Kritik stehen die Werbeeinnahmen der BBC-Radiosender und -Webseiten sowie des TV-Senders BBC World. Auch in Deutschland sprach sich die Privatwirtschaft bereits gegen die geforderte Aufstockung der Finanzmittel der Online-Aktivitäten öffentlich-rechtlicher Sender und gegen die GEZ-Erhöhung für Internet-PCs aus (wir berichteten).

Sollte die Gebührenerhöhung in vollem Ausmaß durchgesetzt werden, fürchtet Charles Allen, Chef des britischen Privatsenders ITV http://www.itv.com, eine derartige Wettbewerbungsverzerrung, dass es für kommerzielle Fernsehsender unmöglich sein werde auf derselben Ebene mitzuhalten. Jeder Brite im Besitz eines Fernsehgerätes zahlt im Jahr eine Fernsehgebühr von 193 Euro. (rm)