GEZ-Proteste: Firmen sind gegen Rundfunkgebühren für Computer (Update)

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INQ_GEZupdate.gif Rundfunkgebühren sollen zum Jahreswechsel in jedem Büro und in jeder bisher GEZ-freien Wohnung für die Online-Computer fällig werden (wir berichteten). Nach diversen Verbänden und Online-Organisationen laufen nun auch deutsche Unternehmen Sturm gegen die geplante automatische “Umwidmung” des Computers in einen Rundfunkempfänger. Wie „Bild am Sonntag“ gestern berichtete, gingen beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag sowie beim Zentralverband des Deutschen Handwerks binnen weniger Tage rund 20.000 empörte Mails vor allem von kleinen und mittleren Betrieben ein.

“Die Unternehmen verstehen die Welt nicht mehr: Sie sollen für Computer, die im Betrieb gar nicht zum Fernsehen gedacht und geeignet sind, Gebühren zahlen”, wundert sich DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Noch unklar ist bislang, ob für die PCs nur die Radiogebühr (5,53 Euro im Monat) oder gleich die volle TV-Gebühr (17,03 Euro) fällig werde, denn ARD und ZDF sind sich da selbst nicht einig.

Der Bund der Steuerzahler aus Thüringen hatte sich vorige Woche auch schon in die Protestfront eingereiht. Es sei nicht zu akzeptieren, dass der Staat einerseits die Selbstständigen zwinge, über internetfähige Computer ihren steuerlichen Pflichten nachzukommen und dann andererseits eben diese betrieblichen Geräte mit GEZ-Gebühren belaste, so ein Sprecher in Erfurt. Es sei absolut praxisfremd, davon auszugehen, dass betriebliche PCs zum Empfang von Fernseh- und Hörfunkprogrammen verwendet würden.

Nach der Neuregelung muss ein selbstständiger Unternehmer regelmäßig drei Mal GEZ-Gebühren zahlen: Einmal für seinen häuslichen Fernseher (204,36 Euro/Jahr), dann für das Radio im Firmen-Pkw (61,32 Euro/Jahr) und schließlich für den Firmen-PC (204,36 Euro/Jahr), so dass insgesamt 470,04 Euro im Jahr fällig würden. (rm)