Stress-Tool: Webserver Stress Tool 7
Vorbeugender Stress

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Wie verhält sich der Webserver, wenn zehntausend User online sind? Mit dem Stress Tool findet man es heraus.

Testbericht

Stress-Tool: Webserver Stress Tool 7

Das Stress Tool führt selbst definierte Zugriffe auf Webseiten durch. Dazu schickt die Software entsprechende Anfragen zum Webserver und wertet die Rückmeldungen aus. Technisch passiert genau dasselbe wie bei der Benutzung eines Webbrowsers durch den Anwender. Die Anfrage nach einer Webseite wird an den Webserver geschickt, und dieser meldet entsprechende Daten zurück – oder auch nicht. Auch große Benutzergruppen lassen sich simulieren, die Obergrenze liegt bei 10 000 Anwendern.

Die Installation der mit 250 Euro günstigen Software ist auf aktuellen Windows-PCs schnell erledigt. Englischkenntnisse sind erforderlich, da es weder Benutzeroberfläche noch Handbuch auf Deutsch gibt. Ab und zu sollte man beim Konfigurieren in die gute Dokumentation schauen, um aussagekräftige Testergebnisse zu erhalten. Eine Onlinehilfe gibt es nicht.


Direkt am Backbone

Stress-Tool: Webserver Stress Tool 7

Idealerweise sollte das Stress Tool im gleichen LAN platziert sein wie der Webserver. Leistungsstarke Webserver sind häufig mit Backbones von 5 GBit und mehr am Internet angeschlossen. In dem Fall kann man über eine DSL-Leitung nicht mehr alles testen, weil sie deutlich langsamer ist als der Backbone.

Für einfache Klick-Tests reicht DSL aber in den meisten Fällen. Bei diesen Tests wird die Reaktionsgeschwindigkeit von Webseiten oder -applikationen geprüft, hier fließen keine große Datenmengen.


In die Knie gezwungen

Stress-Tool: Webserver Stress Tool 7

Neben Klick-Tests gibt es noch Time- und Ramp-Tests. Der Time-Test führt eine Burn-in-Prozedur über eine festgelegte Zeit durch. Dadurch erfährt man, wie sich ein Webserver unter Dauerlast verhält. Der RAMP-Test erhöht stetig die Anzahl der simulierten Zugriffe auf die festgelegte Userzahl über einen definierten Zeitraum – so lange, bis irgendwann der Server seine Leistungsgrenze erreicht hat. Dadurch finden Sie das Limit eines Webservers bzw. der Webapplikation heraus.

Um wirklich praxisbezogen zu testen – kein User klickt direkt hintereinander auf 10 Seiten – , ist eine Zeitverzögerung pro Klick einzustellen. Alternativ kann ein Delay auch bei den URLs festgelegt werden. Dadurch wird die Verweildauer eines simulierten Users auf der Webseite gesteuert.

Um komplexe Seiten und Anwendungen zu testen, steht eine umfangreiche Scriptsprache zur Verfügung. Hierüber bildet der Test auch ein dynamisches Userverhalten inklusive der Useraktionen wie der Eingabe von Kennwörtern oder der Auswahl von Artikeln ab. Das ist ideal, um einen Onlineshop zu testen. Ganze Arbeitsabläufe lassen sich für den Test automatisiert ausführen.


Klicks aufnehmen

Stress-Tool: Webserver Stress Tool 7

Es geht aber auch ohne Script, einfache Klicks auf Webseiten zeichnet die Software mit den URL-Recorder im eigenen Webbrowser auf. Dazu klicken Sie sich nur durch eine Webseite, um eine Sequenz an Seitenbesuchen aufzuzeichnen und testen zu lassen. Hierbei können Parameter wie die für die Eingaben von Formularen oder die Übergabe von variablen Daten via URL übermittelt und geprüft werden.

Nach dem Test stehen eine Vielzahl von Logfiles und die integrierte Auswertung zur Überprüfung zur Verfügung. Auf den verschiedenen Grafiken sieht man deutlich, wo ein Engpass am Webserver entstanden ist, und man kann ihn dann gezielt beheben.


Leistungsbremsen aufdecken

Stress-Tool: Webserver Stress Tool 7

Die Tester simulieren bis zu 10 000 User und 750 000 Page-Impressions, um einen Apache-Webserver an seine Grenzen zu bringen. Ein im Test gefundener Flaschenhals liegt in der Standardkonfiguration von Apache 2. Per Default ist dort der für PHP zur Verfügung gestellte Speicher etwas sparsam bemessen. Dann kann Apache nur wenige Anfragen gleichzeitig öffnen und bearbeiten.

Alles in allem bekommt man bei Paessler ein vielseitiges Diagnosewerkzeug zum günstigen Preis. In den Testläufen zeigt sich schnell, ob der Webserver den Anforderungen der Praxis später standhalten wird.


Testergebnis

Stress-Tool: Webserver Stress Tool 7

Hersteller: Paessler
Internet:
www.paessler.com
Preis: ab 250 Euro

Note: sehr gut
Leistung (30%): sehr gut
Ausstattung (30%): sehr gut
Management (30%): gut
Service (10%): befriedigend

Die wichtigsten Features:
-URL-Recorder für Klicksequenzen
-Scriptsprache für die Abfragen z.B. von Shops
-bis zu 500 MBit/s Netzwerklast
-Rampentest zum Ermitteln von Leistungsgrenzen-Auswertungsprotokolle für Testclient

Systemvoraussetzungen:

Betriebssysteme Windows NT/2000/XP/2003
Prozessor/RAM 1 GHz/512 MByte

Fazit:
Ein gutes Werkzeug für realitätsnahe Belastungstests von Webservern. Hiermit lassen sich Schwachstellen in der Konfiguration schnell lokalisieren.