VMware Virtual Infrastructure
VMware hängt Microsoft ab

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Während Microsoft gerade erste Ideen für einen eigenen Hypervisor in Windows Server zeigt, startet VMware schon in die nächste Virtualisierungs-Liga.

Microsoft hinkt hinterher

VMware Virtual Infrastructure

Neue Techniken und IT-Trends verschläft Microsoft ganz gerne. Jüngstes Beispiel: Virtualisierung. Auf der Hausmesse Winhec, immer eine gute Gelegenheit, um richtungsweisende Strategien zu verkünden, hieß es dann, Microsoft plane einen eigenen Hypervisor für Windows Server »Longhorn«.

Diese dünne Zwischenschicht unterhalb des Betriebssystems soll erlauben, mehrere Windows- oder auch Linux-Instanzen parallel auf ein und derselben Hardware-Plattform zu betreiben. Noch in diesem Jahr soll es eine Hypervisor-Beta geben, 2007/2008 soll die Final folgen. Sprich, wer dann einen Windows Server kauft, hat die Virtualisierungsfunktionen bereits eingebaut.


Das gibt`s doch was von…

VMware Virtual Infrastructure

Dieser Plan hört sich zwar toll an, ist auf den zweiten Blick aber ein Armutszeugnis für Microsoft. Zum einen hat man den Hypervisor momentan erst auf dem Papier parat, und zum anderen gibt es die als Neuerung gepriesene Technik bereits seit 2001 – und zwar in Gestalt von VMware ESX Server.

Während Microsoft sich noch bemüht, den Anschluss zu finden, ist VMware längst einen Schritt weiter. VMware Infrastructure 3 hebt Virtualisierung auf einen neuen Level.


Intelligente Virtualisierung

VMware Virtual Infrastructure

Die dritte Generation von VMware setzt auf ESX Server und die Management-Software Virtual Center. Die virtuelle Schicht abstrahiert nicht nur von einem PC oder Server, sondern von der kompletten Hardware im Netzwerk. Der Administrator definiert nur noch so genannte Resource-Pools, in denen er gezielt Rechenpower, Internet-Bandbreite oder bereitstehenden Speicherplatz für einzelne Gruppen, etwa Abteilungen in einer Firma, zuordnet. Neben den Ressourcen können auch die Prioritäten der einzelnen Applikationen festgelegt werden. Das Besondere ist, dass der eingebaute Distributed Resource Scheduler (DRS) dann die Zuteilung der Rechenpower automatisch vornimmt.

Bei einer ersten Demo zeigte VMware ein Video, das auf einem virtuellen Windows-Server abgespielt wurde. Auf den benachbarten Systemen erzeugten Techniker dann so hohe Last, dass das Video ins Stocken geraten müsste. Der DRS jedoch schaffte es, das Video ohne Unterbrechung umzuziehen – das Netzmanagement übernimmt die Software. Mit VMware HA gibt es jetzt auch eine Hochverfügbarkeits-Lösung. Sollte ein Server ausfallen, der gerade eine virtuelle Applikation betreibt, dann verschiebt DRS die virtuelle Maschine auf einen anderen physischen Server und startet die Anwendung neu.

Ein zusätzlicher Proxy erlaubt es außerdem, Backup-Lösungen von Drittherstellern einzusetzen, etwa von Symantec oder EMC. VMware Infrastructure 3 Enterprise mit allen Features kostet stolze 5750 US-Dollar für je zwei CPUs. Eine funktional abgespeckte Version gibt es allerdings schon ab 1000 Dollar.


Konkurrenz aus dem Linux-Lager

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Neben Microsoft gilt Xensource als größter Konkurrent von VMware. Einige Linux-Distributionen, etwa Fedora oder Suse, bringen bereits Xen-Werkzeuge mit. Dass die eingesetzte Paravirtualisierung Geschwindigkeitsvorteile bringt, sieht VMware nicht als zwingenden Grund für den Einsatz von Xen.

Ein Entwickler sagte gegenüber PC Professionell, dass er die Aufregung um Xen nicht verstehe, schließlich hätten die kein fertiges Produkt am Start. Zudem gäbe es nur bei einigen Befehlen Performance-Vorteile für Xen. Trotzdem will VMware auch Paravirtualisierung unterstützen, aber nur als zusätzliche Option.