Krieg der Technologien: Instant Messaging versus SMS

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INQ_InstantMobile.jpg Instant Messaging hat auf dem PC eine riesige Fangemeinde, denn die Kommunikation ist schnell, komfortabel und so gut wie kostenlos. Nun schickt sich die Technologie langsam an, auch die mobile Welt zu erobern, also PDA und Handy. Nur gibt es da ein Problem: Die Provider verdienen sehr viel mit den Kurznachrichten (über 55 Milliarden Euro). Doch das direkte “IMing” könnte die SMS-Umsätze gefährden.

Je nach Anbieter zahlen Sie typischerweise zwischen 9 und 19 Cents pro Text-Nachricht. Millionen von Kunden haben daran nichts auszusetzen (außer dem üblichen Stöhnen über hohe Rechnungen). Wenn nun ein Provider den gleichen Tarif pro Instant Message verlangen würde, gäbe es einen halben Aufstand in der Gemeinde. Vor allem bei den jetzigen Messengern, die halt gewohnt sind, tausende von mehr oder weniger sinnlosen Botschaften zu verbreiten, ohne daran zu verarmen. Bietet der Mobilfunkbetreiber IM für lau an, dann schwächt oder tötet er höchstwahrscheinlich seine SMS-Umsätze.

Nun können sich die Provider dem Thema aber nicht verschließen, denn die klassischen IM-Services – Yahoo Messenger, MSN Messenger und AOL – schicken sich an, den mobilen Markt zu erobern (aktuell: 5,8 Millionen mobile zahlende Nutzer in Europa).
Daher setzten sich neulich 15 europäische Provider und der Verband GSM Association zusammen, um eine eigene IM-Marke zu erfinden und diesen Service quer durch die Netze gleichermaßen anzubieten. Vorteil: IM-Fans diverser Netze können sich untereinander erreichen, so wie bei der SMS. Nachteil: PC-Nutzer müssen sich umgewöhnen. “Die Provider sollten lieber mit bestehenden Systemen kooperieren, statt das Rad nochmals zu erfinden”, kritisiert Gartner-Analyst Martin Gutberlet. So wie es aussieht, wird es aber diverse Systeme und eine verwirrende Preismodelle geben – mal wieder. (rm)