Die USA könnte das Online-Pokern verbieten

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Die Gesetzesvorlage, welche die Legislative gerade berät und demnächst zur Abstimmung bringen wird, könnte ein richtig schönes Eigentor werden: 3,3 Milliarden Dollar (2,64 Milliarden Euro) würde der Staat pro Jahr allein durch die Internet-Kartenspieler einnehmen.

Schießereien, Mord und Totschlag gibt es in den USA häufiger als in allen anderen Industriestaaten zusammen. Blut und Gewalt sind aber kein Thema, dafür immer wieder entblößte Schenkel oder andere vergleichsweise unschuldige Freuden. Zum Beispiel die Freude an einer friedlichen Poker-Partie: Seit im Internet Abermillionen von Amerikanern Spaß an Texas Hold´em gefunden haben, ist es den Moralwächtern ein Dorn im Auge. Wieviel die Staatskasse allein am Online-Poker (also ohne die anderen Web-Casino-Spiele) verdienen könnte, ermittelte gerade eine Studie der Poker Players Alliance.

Der US-Kongress hatte eine staatliche Kommission gebildet, die alle Online-Spiele analysiert und Vorschläge einer bundesweiten Regulierung erarbeitet. Eine der ersten Ideen ist es offensichtlich, konkret das Online-Pokerspielen zu verbieten (weder Black Jack noch Roulette oder Pferdewetten). Diese Woche soll das Repräsentantenhaus über einen Bannspruch beraten.
Kanada und Großbritannien reiben sich schon (heimlich) die Hände: Eine Poker-Prohibition in USA würde ihnen die Millionen von Spielern und ihre Milliarden-Umsätze zuspielen. Und erst, wenn etwas überaus illigal ist, wird es doch richtig reizvoll und nimmt dann explosionsartig zu. Wer gibt? (rm)