In Zukunft ersetzt Computersystem Caesar die Fußballtrainer

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INQ_ITfussball.jpg Jetzt haben wir ja mit Klinsi gerade einen Top-Bundestrainer. Für den Fall, dass es nicht mit ihm geklappt hätte, entwickelten Wissenschaftler der TU München http://www.tum.de einen “Notfallplan”, einen Trainer aus Blech (sonst reden sie ein solches): Das vom Fußball-Bund noch nicht abgesegnete Computersystem hört auf den passenden Namen Caesar. Es soll schließlich in Zukunft Regie auf dem Rasen führen und entscheiden, wann und wohin seine Mannen zu stürmen haben.

Wie ein Feldherr auf seinem Hügel überblickt das System alle Aktivitäten auf dem Schlachtfeld, äh Spielfeld, indem es alle TV-Kameras anzapft und die Bilder auswertet – und zwar eine Spielszene gleich aus verschiedenen Perspektiven. Die 3D-Analyse fließt anschließend in eine virtuelle Computersimulation ein, mit der sich alternative Aktionen durchspielen lassen, um so zum besten Spielzug in jeder Phase zu gelangen.
Caesar legt anhand der Analysen Spielerprofile an. Auch wird die Effektivität der Mannschaft, der Halbzeit oder eines Angriffs bewertet. Der Rechner legt schonungslos offen, wenn ein Team unter seinen Möglichkeiten bleibt. Hey, in Zukunft könnte es sogar ganz objektiv die Bezahlung für die Kicker festlegen (“Herr Kahn, bitte zahlen Sie 2 Millionen zurück”).

“Die lückenlose Positionsbestimmung der Spieler ist der wichtigste Ausgangspunkt, um eine Spielanalyse durchzuführen”, erklärt Projektleiter Michael Beetz von der Fakultät für Informatik der TU München. Fachliche Unterstützung bei der Entwicklung erhalten die Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Sportwissenschaften in Augsburg. Wann Caesar von Trainern, TV-Stationen und Sportexperten “an die Front” beordert werden kann, ist noch unklar. Momentan kämpfen die Entwickler noch mit den unglaublichen Datenmengen, die im Bildbereich anfallen. (rm)

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