Kühl-Türme
15 CPU-Lüfter im Vergleich

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Prozessorkühler müssen das fast Unmögliche schaffen: die CPU bei niedriger Temperatur halten – und dennoch leise sein. Das gelingt im Test nur wenigen Modellen.

Der Testaufbau

Kühl-Türme

Die neuesten CPU-Kühler sind fast zu schade, um sie im PC-Gehäuse zu verstecken. Um den immer höheren Anforderungen an die Kühlleistung nachzukommen, bauen die Hersteller mittlerweile fast schon kleine Kunstwerke aus Aluminium und Kupfer.

Ein halbes bis ein Kilo wiegen die imposanten Kühltürme, die für niedrige CPU-Temperatur sorgen, dabei aber nicht mit lautem Brummen bei der Arbeit oder beim Video-Schauen nerven sollen. Angesichts der stattlichen Preise von 30 bis 60 Euro sollte man sich genau über das richtige Produkt informieren. Welcher Universal-Prozessorkühler für AMD-Systeme (Sockel 754 und 939) und Intel-PCs (Sockel 775) den besten Kompromiss aus hoher Kühlleistung und leisem Betriebsgeräusch bietet, zeigt der Test von 15 Modellen.

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Maximal ausgereizt
Das Testsystem reizt die Kühler maximal aus: Die Plattform basiert auf Intels Pentium 840 Extreme Edition, der Desktop-CPU mit der zurzeit höchsten Verlustleistung von bis zu 130 Watt. Die gemessenen Temperaturen und Lautstärken beziehen sich auf dieses System. Energiefreundlichere CPUs werden auf niedrigere Temperaturen gebracht – das Leistungsverhältnis der Testkandidaten zueinander bleibt aber gleich.

Um die CPU-Temperatur exakt auszulesen, hat sich PCpro vom Kühlerexperten EKL den Test-Prozessor präparieren lassen: Ein schmaler Schlitz im CPU-Heatspreader ermöglicht es, einen hochgenauen Temperaturfühler direkt im Zentrum der CPU zu positionieren (siehe Bild unten).

CPU mit Temperaturfühler


Volle Drehzahl überflüssig

Kühl-Türme

Oft ist es wenig sinnvoll, die Kühler mit der maximalen Spannung von 12 Volt zu betreiben. Die Kühlleistung ist hier zwar am höchsten – aber auch die Lautstärke. Die meisten aktuellen Mainboards bieten eine Lüfterregelung, die die Spannung so reduziert, dass der Kühler mit dem besten Kompromiss aus Leistung und Lautstärke läuft. Mit einem Poti-Regler können Anwender auch selbst die Spannung dauerhaft reduzieren.

Im Test werden die Kühler beim Betrieb mit drei unterschiedlichen Spannungen (7, 9 und 12 Volt) vermessen. Für die Wertung wird die Einstellung herangezogen, die zum besten Gesamtergebnis führt. Die ausführlichen Messergebnisse finden Sie in PC Professionell 08/06 auf Seite 130 f.

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Komplizierte Montage

Bei der Montage setzen die meisten Hersteller auf das handwerkliche Geschick der Käufer. 12 von 15 getesteten Produkten sind mit Gegenplatten unter dem Mainboard zu verschrauben. Glücklich, wer sich ein neues System zusammensetzt und das Mainboard noch nicht eingebaut hat. Anwender, die nur einen alten “Krachmacher” austauschen möchten, sind mit den Produkten von Asetek, Scythe oder Verax gut beraten. Sie nutzen die Standardbefestigungen der Mainboards. Die rote Karte bekommt die Doppelturbine Yeti Frost. Yeti schickte den Kühler zwar zum Test, wegen einer zu breiten Befestigungsplatte passte er aber nicht auf das Standard-Mainboard des Testsystems und schied deswegen aus.
Mit einer Flex haben wir das Problem dann doch lösen können.

Empfehlenswert sind die Kühler von Scythe und Verax. Durch die eigenständige Regelung ist der Verax komfortabler in der Handhabung, allerdings auch teurer.


Ergebnisse im Überblick

Kühl-Türme

Scythe Mine 2) 87,1
Verax Helado PWM-T 1) 84,5
Noiseblocker Coolscraper 1) 83,3
Tuniq Tower 120 3) 82,0
Silentmaxx Frostbite 2) 80,5
Titan Vanessa L-Type 3) 74,2
Thermaltake Blue Orb II 2) 72,8
Sharkoon Red Shock SE Fan 2) 72,7
Xilence Cooler Xilent Blade 1) 72,0
Zalmann CNPS9500 LED 3) 70,9
Zaward ZCJ002 Square 3) 70,6
Aerocool Dominator 3) 70,2
Silverstone Nitrogen NT06 3) 67,3
Asetek Vapochill 1) 66,6
Akasa Evo 120 3) 65,8

1) bester Kompromiss aus Kühlleistung und Lautstärke bei 12 Volt
2) bester Kompromiss aus Kühlleistung und Lautstärke bei 9 Volt
3) bester Kompromiss aus Kühlleistung und Lautstärke bei 7 Volt

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