Intels Chipsatznöte bedrohen den Erfolg von Conroe[Update]

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Mainboards mit dem Intel i965-Chipsatz bleiben erst mal Mangelware. Aber damit fängt das Problem für Intel erst an: es gibt nämlich keinen Plan B.

Kollege Charlie Demerjian hat das präzise erkannt: Intel versuchte jahrelang, die Weltherrschaft an sich zu reissen gesamte Wertschöpfungskette der PC-Bauteile zu kontrollieren und verärgerte damit die Chipsatzwelt beträchtlich. Jetzt droht eine Knappheit an Chipsätzen für den zugegebenermassen tollen neuen Conroe-Prozessor, der dem Athlon 64 tüchtig das Wasser abgraben könnte. Aber was nützt ein technisch überlegener Chip, wenn man ihn nirgendwo einbauen kann, weil es keine externen Zulieferer für die benötigten Bauteile gibt? Wo sind ATi, VIA, SIS, Nvidia? Jetzt rächt sich die Monopolpolitik Intels. Vielleicht ist das heranziehende Debakel aber anderen Firmen eine Lehre. Wer weiss?

[Update] Nach dem die Geschichte im britischen Inquirer so schön hochgekocht wurde, melden sich natürlich die Gegenstimmen. So schlimm sei es nicht, betont Intel, es gäbe ja noch den guten alten 975X – mit IDE-Schnittstelle. Unsere Kollegen von der PC Pro erhielten schon Ankündigungen von Hardware-Testmustern: Nvidia Nforce5 für Core 2 Duo sei praktisch reif für die Serie, und ATi hat den RD600-Chipsatz mit Crossfire-Unterstützung immerhin fest im Blick. Also ist noch nicht alles verloren. Puh. Das war knapp! Und danke an Klaus Länger von der PC Pro für die Vorab-Infos aus “gewöhnlich gutunterrichteten bzw. industrienahen Quellen”, wie es in der Fachsprache heisst.

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