Auch ein Mac spioniert jetzt hinter dem Rücken der Anwender

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INQ_MacSpionage.jpg Während die Kritik an Microsoft rund um die Einführung der Lizenzüberprüfung WGA hochkocht und vor Gericht getragen wird, ist nun auch Apple in die Schusslinie von Kritikern geraten. Anlass der Beschwerden ist das kürzlich erfolgte Update des Mac-OS-X-Betriebssystems auf die Versionsnummer 10.4.7. Darin ist eine neue Dashboard-Funktion enthalten, die installierte Widgets mittels einer Verbindung zum Apple-Server verifiziert. Anwender kritisieren, dass der Vorgang ohne Wissen und Zustimmung zum Teil mehrmals am Tag durchgeführt wird. Auch der genaue Inhalt der Übertragung bleibe ein Apple-Geheimnis. Skandal!

Entdeckt wurde der Vorgang durch Mac-User, die von der Applikation Little Snitch Gebrauch machen. Diese zeigt nämlich auf, wenn Programme sich im Hintergrund mit dem Internet verbinden, um computerspezifische Informationen weiterzuleiten.

“Die Motivation von Microsoft und Apple sind sicherlich unterschiedlich. Für Anwender wäre es allerdings wesentlich angenehmer, wenn sie im Vorhinein wüssten, was genau passiert und welche Informationen übertragen werden”, betont Sicherheitsexperte Magnus Kalkuhl von Kaspersky Labs. Er erinnert in diesem Zusammenhang an die Kritik, die sich Apple Anfang des Jahres mit iTunes eingefangen hatte. Damals war das Programm nach einem Update und ebenfalls ohne Zustimmung der Anwender plötzlich in der Lage, sich mit dem Apple-eigenen Music-Store in Verbindung zu setzen.

“Im Prinzip ist es nicht notwendig, dass Programme sich ständig mit dem Internet verbinden”, bekräftigt Christian Starkjohann, einer der Geschäftsführer des Little-Snitch-Anbieters Objective Development.
“Da vom Konsumenten größeres Verantwortungsbewusstsein für die eigene Sicherheit eingefordert wird, sollten alle Unternehmen die Wände des ‘digitalen Eigenheims’ respektieren”, fordert Daniel Jakult, der mit seinem Blogeintrag den Stein mit ins Rollen brachte. (rm)