DOSSIERS

Klickbetrug & Co.
Abzocke mit Anzeigen
Betrugsraten in erschreckender Größenordnung erschüttern die glitzernde Welt der Online-Werbung von Google und Yahoo. Wer sich schützen will, muss zur Selbsthilfe greifen.
Google und Yahoo am Pranger
Klickbetrug & Co.
Eine spektakuläre Sammelklage gegen Google und andere Anzeigenvermarkter in den USA lenkt derzeit die Aufmerksamkeit auf ein Thema, das schon beinahe monströse Züge angenommen hat: Klickbetrug. Systematisch aufgebaute Netzwerke mit klaren Merkmalen organisierter Kriminalität verursachen dabei Schäden im mehrstelligen Millionenbereich. Im Vergleich ein harmloser Waisenknabe ist da der private Website-Betreiber, der hin und wieder auf Google-Adsense-Anzeigen der eigenen Seiten klickt, um die monatlichen Auszahlungen um ein paar Cent zu steigern.
In der aktuellen Sammelklage, die ursprünglich die kleine Firma Lane?s Gifts and Collectibles aus Arkansas gegen Google angestrengt hatte, verschickten amerikanische Anwälte im Mai massenhaft E-Mails an alle Google Adwords-Kunden, die möglicherweise im Jahr 2002 Opfer von Klickbetrug gewesen sein könnten. Insgesamt hat sich Google bereits verpflichtet, an die Kläger bis zu 90 Millionen Dollar als Entschädigung für Klickbetrug zu bezahlen – allein 33 Millionen davon werden wohl an die Anwälte gehen. Angesichts der Dimensionen, die Experten heute in Umfeld von Klickbetrug vermuten und teils auch beweisen können, ist das Jahr 2002 aber eigentlich schon längst langweiliger Schnee von gestern.
Nicht nur Google sieht sich dabei heftiger Kritik seiner Adwords-Kunden ausgesetzt. Auch andere Anzeigennetzwerk-Betreiber, allen voran Yahoo/Overture, müssen erklären, warum der Klickbetrug so enorme Ausmaße angenommen hat und warum sie so wenig dagegen unternehmen – Letzteres ist jedenfalls der Vorwurf der betroffenen Kunden.






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