Klickbetrug: Yahoo zahlt zähneknirschend Werbeeinnahmen zurück

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INQ_yahooKlickbetrug.gif Das Internetportal Yahoo musste diese Woche kleine Brötchen backen. Ganz kleine Brötchen, umwickelt mit vielen Dollarnoten. Um eine Verurteilung vor dem US-Bezirksgericht in Los Angeles zu verhindern, haben sich die Anwälte des Portals schnell noch außergerichtlich mit den klagenden Werbekunden verglichen. Laut Yahoo erhalten tausende von Werbekunden das damals gezahlte Geld zurück – plus ihrer Anwaltskosten in Höhe von schlappen fünf Millionen Dollar (rund 4 Mio. Euro). Ja, Jurist müsste man sein…

Der Prozess drehte sich um betrügerisches Anklicken von Online-Shopping-Seiten, und zwar von Januar 2004 bis März 2006. Die klagenden Werbetreibenden hatten argumentiert, dass Yahoo von den Klicks auf Werbebannern der Shoppingseiten zu Unrecht profitiert hätte. Kunden wären auch Aufrufe ihrer Seiten in Rechnung gestellt worden, wenn jene durch Clickbots verursacht wurden. Da schwingt der Verdacht mit, Yahoo habe extra solche Bots auf die Banner angesetzt. Auffällig war, dass trotz extrem steigender Clickrate die Umsätze in den Shops nicht stiegen. Tja Jungs, man kommt nicht mit allen Tricks durch .

Laut einer aktuellen Statistik des ClickFraudIndex bewegt sich sie Zahl der betrügerischen Klicks “offiziell” bei etwa 14 Prozent. Böse Zungen behaupten, bis zu 40 Prozent aller Klicks auf kontextbezogene Anzeigen würden in betrügerischer Absicht erfolgen. Diese Quoten werden von Yahoo und Google aber energisch bestritten.

In einem ähnlichen Verfahren gegen Google wurde die Suchmaschine zu einer Zahlung von maximal 90 Millionen Dollar (72 Mio. Euro) verurteilt. Demgegenüber standen Werbeeinnahmen von 13,3 Milliarden Dollar (10,64 Mrd. Euro) seit 2001. Eine Obergrenze wurde im Fall Yahoo nicht festgesetzt. Die Einnahmen des Unternehmens im fraglichen Zeitraum betrugen 9,1 Milliarden Dollar (7,28 Mrd. Euro). Yahoo hofft nun, im Rahmen des Vergleichs nur einen geringen Teil dessen zurückzahlen zu müssen. (rm)

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