XP-Nachfolger ausprobieren
Vista optimal einrichten

BetriebssystemWorkspace

Probieren Sie Vista auf jeden Fall aus. Für einen Komplettumstieg ist es aber noch zu früh. Der Workshop zeigt, wie Sie mit Vista am besten durchstarten.

Für Preview noch zu früh

XP-Nachfolger ausprobieren

Die sauberste und vor allem sicherste Lösung, Vista zu testen, ist ein eigener Test-PC, auf dem Sie Vista alleine installieren. Wer sich diesen Luxus nicht leisten kann (Hardware-Voraussetzungen unter PCP-Code: VISTAHW), der muss Vista und XP parallel auf einer Maschine installieren.

PCpro rät davon ab, schon jetzt komplett auf die Preview umzusteigen. Auf den Test-PCs im Labor läuft es zwar stabil, es fehlen aber immer noch Treiber. Außerdem funktionieren nicht alle Programme.

Virtueller Test-PC

Speziell zum Testen sind virtuelle Maschinen gut geeignet. VMware Workstation oder Microsoft Virtual PC unterstützen Vista bereits, kosten jedoch 170 beziehungsweise 150 Euro. Mit den nötigen Tools von der Heft-DVD können Sie sich eine virtuelle Umgebung für Vista einrichten: Dort finden Sie eine Testversion von VMware Workstation 5.5.1, VMware Server Beta, VMware Player und VMX Builder.


Vista unter VMware installieren

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Schritt 1 Installieren Sie die VMware Workstation von der Heft-DVD.

Schritt 2 Wenn Sie nur den VMware Player haben, brauchen Sie den VMX Builder.

Schritt 3 Mit VMware Workstation oder dem Builder erzeugen Sie eine neue virtuelle Maschine über Create New Virtual Machine.

Schritt 4 Suchen Sie einen Ordner zum Abspeichern der Konfiguration aus, wählen Sie einen Namen und weisen Sie über den Reiter Hardware/RAM dem System mindestens 512 MByte zu.

Schritt 5 Legen Sie eine Partition für Vista an, die mindestens 10 GByte groß ist. Das geht über Hardware/Add/Hard Disk. Klicken Sie auf Create New, tragen Sie unter Disk Size 10 ein (10 GByte). Achtung: Das aktuelle Test-Build im PCpro-Labor enthält mehr Debug-Code, es braucht 13 GByte.

Schritt 6 Fügen Sie auf diese Weise auch ein Laufwerk (Eintrag CD-ROM) hinzu, so dass Sie von der Vista-DVD booten können.

Jetzt kann der virtuelle Rechner installiert werden. Da es aber mit dem Partitionierungstool im Vista-Installer häufiger zu Problemen kommt, sollten Sie vorher die virtuelle Partition anlegen und formatieren.


Festplatte für Vista vorbereiten

XP-Nachfolger ausprobieren

Schritt 1 Legen Sie die Vista-DVD ein und booten Sie den virtuellen PC.

Schritt 2 Wählen Sie Sprache, Zeitzone und Tastaturlayout aus und dann den Punkt System recovery options, klicken Sie auf Next und anschließend auf Command Prompt.

Schritt 3 Tippen Sie den Befehl diskpart ein.

Schritt 4 Das Kommando list disk zeigt die virtuellen Festplatten an. Wählen Sie den Befehl select disk 0.

Schritt 5 Mit list partition zeigen Sie die Partitionen an – noch sollte dort nichts zu erkennen sein.

Schritt 6 Mit create partition primary können Sie jetzt eine primäre Partition erzeugen, auf die später Vista installiert wird.

Schritt 7
Mit list partition können Sie prüfen, ob das Anlegen geklappt hat, und mit select partition 1 wählen Sie die neue Partition aus.

Schritt 8 Formatieren Sie die virtuelle Disk mit dem Kommando format.

Schritt 9
Verlassen Sie Diskpart und die Kommandozeile jeweils mit dem Befehl exit, klicken Sie auf Restart und booten Sie anschließend von DVD, um Vista zu installieren.


Troubleshooting mit VMware

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Der VMware-Player ist eigentlich nur für fertige virtuelle Maschinen gedacht, nicht aber für das Anlegen. Einige Probleme verursacht im Test auch der VMX Builder, der sich noch im Beta-Stadium befindet. Das führt auf einem Test-PC dazu, dass die über die Oberfläche eingerichtete Konfiguration nicht richtig in die Konfigurationsdatei geschrieben wird, und dann die Vista-DVD nicht bootet. Hier ist Handarbeit nötig. Die Config-Datei können Sie mit Notepad bearbeiten. Im vorliegenden Fall weigerte sich der VMware Player, von der eingelegten Vista-DVD zu booten. Erst folgende ergänzende Zeilen überredeten ihn:

Ide0:0.present = “TRUE”
Ide0:0.fileName = “auto detect”
Ide0:0.autodetect = “TRUE”
Ide0:0.deviceType = “cdrom-raw”

Die Installationsroutine läuft genauso durch wie auf einem »echten« System.

Wichtig: Vista wird zuerst nur stockend laufen, und die Anzeige mit 4-Bit-Farben ziemlich schlecht aussehen. Außerdem funktioniert die Netzwerkkarte nicht. Installieren Sie deshalb die VMware-Tools nach. Leider bietet VMware die Tools nicht einzeln zum Download an. In der VMware Server Beta oder Workstation sind sie jedoch integriert.


Vista und XP parallel

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Wer Vista in einer virtuellen Maschine betreibt, muss Performance-Abstriche machen. Um Vista live zu erleben, kommt deshalb wohl für die meisten Nutzer nur eine Parallelinstallation in Frage. Die erste Schwierigkeit dabei ist, dass auf vielen PCs keine 10 GByte ungenutzter Speicherplatz frei sind. So viel Platz sollten Sie für die Vista-Installation reservieren. Der saubere Weg führt dann einfach über eine Zweitplatte, die Sie für Vista einsetzen. Haben Sie noch nicht partitionierten Festplattenplatz frei, können Sie den Vista-Installer zum Anlegen der Systempartition einspannen.

Einen Umweg müssen Nutzer gehen, die keinen Platz mehr frei haben. Der aktuelle Vista-Installer bietet keine Möglichkeit, eine vorhandene Partition zu verkleinern. Ob das die Final von Vista beherrscht, steht nicht fest. Da aber so gut wie jede Linux-Distribution Windows-Partitionen automatisch verkleinert, und das NTFS-Dateisystem von Microsoft selbst stammt, ist dies nicht besonders schwer durchzuführen.

Über einen Trick können Sie mit der aktuellen Vista-DVD auch Partitionen verkleinern, sogar die Systempartition. Doch Vorsicht: Microsoft übernimmt keine Gewähr dafür, dass Ihre Daten die Schrumpfung problemlos überstehen. Sichern Sie vorher Ihre Daten.


Systempartition schrumpfen

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Schritt 1 Legen Sie die Vista-DVD ein und booten Sie damit Ihren PC.

Schritt 2 Wählen Sie Sprache, Zeitzone und Tastaturlayout und dann den Punkt System recovery options aus, klicken Sie auf Next und anschließend auf Command Prompt.

Schritt 3 Tippen Sie den Befehl diskpart ein.

Schritt 4 Das Kommando list disk zeigt die vorhandenen Festplatten an. Wählen Sie die entsprechende Platte aus, etwa mit select disk 0.

Schritt 5 Mit list partition zeigen Sie die Partitionen an, und mit select partition 1 wählen Sie etwa die erste aus.

Schritt 6 Jetzt geht es ans Schrumpfen mit shrink minimum=10000 (hinter Minimum steht die Schrumpfgröße in MByte).

Schritt 7 Mit create partition primary erzeugen Sie eine primäre Partition für Vista.

Schritt 8
Mit list partition können Sie prüfen, ob das Anlegen geklappt hat, list volume zeigt die Festplattenkonfiguration an.

Schritt 9 Verlassen Sie Diskpart und die Kommandozeile jeweils mit dem Befehl exit, klicken Sie auf Restart und booten Sie anschließend von DVD.

Wenn Diskpart angibt, dass es die Partition nicht schrumpfen kann, dann ist wahrscheinlich nicht genug Platz frei. Sie können dann versuchen, durch das Defragmentieren der Partition zusammenhängend freien Platz herzustellen. Alternativ müssen Sie Files löschen, um P
latz freizumachen.


Installation in wenigen Schritten

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Die eigentliche Vista-Installation erfolgt in wenigen Schritten und läuft größtenteils automatisch ab. Sie können die Vista-DVD einfach unter XP einlegen oder wieder von DVD booten, Sprache, Zeitzone und Tastatur-Layout auswählen und dann auf den Knopf Jetzt installieren klicken. Wichtig: Wer ein Update von XP auf Vista plant, muss die Installation unter XP beginnen, sonst ist die Update-Funktion im Installer deaktiviert.

Nach der Eingabe des Keys und der Wahl der Festplatte läuft die Installation alleine durch. Beim nächsten Neustart hat sich der Vista-Boot-Manager ins System eingeklinkt, der neben einem Eintrag Microsoft Windows auch einen Verweis auf alte Windows-Systeme enthält. Dort verbirgt sich dann XP.


Treiberprobleme noch ungelöst

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Es kann passieren, dass Vista keinen beigepackten Treiber für S-ATA- oder RAID-Controller hat. In diesem Fall erkennt der Installer die Festplatte nicht. Theoretisch hat Microsoft hier einen großen Schritt nach vorne getan, denn unter Windows XP müssen Treiber per Floppy-Disk nachgeschoben werden. Vista akzeptiert dagegen auch CDs, DVDs und USB-Sticks. Momentan bringt das nur noch nichts, weil die meisten Hersteller einfach noch keine Treiber für Vista anbieten. In so einem Fall lassen sich dem System auch keine XP-Treiber unterschieben, was Tests im PCpro-Labor bestätigen. Einziger Ausweg: eine IDE-Festplatte verwenden.

Neu in Windows Vista ist das Begrüßungscenter. Es springt nach der Installation an und soll dem eine erste Hilfestellung bei der Konfiguration des Betriebssystems bieten. Damit können Sie etwa unerkannte Hardware einrichten, neue Benutzeraccounts anlegen oder Dateien von einem PC umziehen.

Autor: natalie
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