Diskussion: Ist der Zugriff auf Whois-Datenbank wichtig?

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Es gibt Webseiten, die sind so schön, schräg, skurril oder auch so abstoßend, suspekt und geradezu kriminell, dass man gerne wissen möchte, wer das geleistet oder verzapft hat. Bislang gar kein Problem, denn für jede Domain gibt es den öffentliche Zugang auf die Whois-Daten (z.B. für .eu). Ob man den aber weiterhin so freimütig gestatten soll, wird nun heiß diskutiert. In Marrakesh. Dort treffen sich diese Woche die Jungs von der Internet-Verwaltungsbehörde ICANN.

Der ICANN-Regierungsbeirat GAC (Government Advisory Committee) arbeitet an einem Grundsatzpapier zum Thema Whois. Deren Überlegungen, den Zugriff auf die Inhaberdaten zu beschränken, da sie ja ursprünglich nur als Hilfe für die technische Abwicklung des Internets gedacht war, stoßen bei einigen Behörden auf Widerstand. So besteht die US-Handelskammer FTC (Federal Trade Commission) darauf, dass der freie Zugriff auf Whois-Daten für die Durchsetzung von Verbraucherrechten unabdingbar sei. Andere Behörden schätzen den Zugriff, da sie eine Spur zu den Hintermännern bei kriminellen Web-Inhalten haben.

FTC-Kommissar Jon Leibowitz schätzt die Infos auch beim Vorgehen gegen Spammer und Online-Piraten. “Die Whois-Datenbank war für unsere Ermittler in den vergangenen zehn Jahren oftmals die erste Informationsquelle, um Verdächtige zu identifizieren”, betont Leibowitz. Selbst veraltete oder falsche Whois-Informationen hätten schon Hinweise enthalten, die letztendlich zu einer Verurteilung führten.