Reale Objekte mit ihren Wikipedia-Artikeln verknüpfen
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Statt URLs zu Wikipedia-Beiträgen am Handy mühsam von Hand einzutippen, reicht dank Semapedia ein Foto – vorausgesetzt, das Objekt ist mit einem Semacode versehen.

Kodierte URLs

Reale Objekte mit ihren Wikipedia-Artikeln verknüpfen

Das Surfen mit Handy oder Smartphone ist vergleichsweise unkomfortabel, vor allem das Eintippen von URLs ist über den üblicherweise vorhandenen Ziffernblock beschwerlich. Einfacher geht es mit einem so genannten Semacode (www.semacode.org), einer von der gleichnamigen kanadischen Firma entwickelten schwarz-weißen Datenmatrix, in der URLs kodiert werden. Ein Foto-Handy mit Semacode-Reader kann das Barcode-ähnliche Gebilde erkennen und automatisch die entsprechende Webseite aufrufen. Statt also in mühsamer Kleinarbeit Internetadressen einzugeben, genügt ein Schnappschuss.


Semacodes für Wikipedia-Artikel

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Die interessanteste Anwendung für Semacodes liefert derzeit das Semapedia-Projekt, das reale Objekte mit ihren Wikipedia-Artikeln verknüpft. Davon profitieren bislang vor allem Touristen, die sich bei Sehenswürdigkeiten bequem den zugehörigen Eintrag in der Online-Enzyklopädie anzeigen lassen können.

Das Erstellen der Semacodes, hier auch Semapedia-Tags genannt, ist denkbar einfach. Unter www.semapedia.org braucht lediglich der URL des gewünschten Wikipedia-Artikels in ein Formularfeld eingetragen werden. Daraufhin wird ein PDF mit wahlweise vier oder acht Tags erstellt, die ausgedruckt, ausgeschnitten und an den entsprechenden Objekten angebracht werden. Ein Laminiergerät (Kostenpunkt: 20 bis 25 Euro) hilft, speziell an Außenwänden befestigte Tags zu schützen – ein Papierausdruck würde Wind und Wetter nicht allzu lange standhalten.

Bevor man aber fremdes Eigentum mit Semapedia-Tags verziert, ist auf jeden Fall die Erlaubnis dafür einzuholen!

Firefox-Nutzer können sich das Kopieren der Wikipedia-URLs in das Formular auf Projekt-Webseite sparen. Ein Greasemonkey-Skript (semapedia.org/greasemonkey/semapedia.user.js) fügt in jeden Wikipedia-Artikel den Link create semapedia tags for ? here ein.

Bedenken sollte man auch, dass manche Wikipedia-Einträge mehrere 100 KByte groß sind und oft Bilder enthalten. Das überfordert viele Handys. Unabhängig von den langen Ladezeiten lassen sich die Seiten nicht vernünftig auf den kleinen Displays darstellen. Hier ist es empfehlenswert, auf die für Mobilgeräte optimierte Version der Online-Enzyklopädie von Sevenval auszuweichen, die unter de.wikipedia.7val.com beziehungsweise en.wikipedia.7val.com zu finden ist.


URL-Aufruf per Handy

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Um per Handy via Semacode einen Wikipedia-Artikel aufzurufen, wird der Semacode-Reader benötigt. Dieser läuft auf vielen Java-Handys und Smartphones mit Symbian Series 60 und kann unter semacode.org/download/agree/ota.htm heruntergeladen werden. Eine Liste mit kompatiblen Geräten findet sich unter www.semacode.org/about/hardware.

Die Installation läuft automatisch ab, über das Semacode-Icon wird der Reader gestartet. Wird dann ein Semapedia-Tag mit der Handy-Kamera anvisiert und der Auslöser gedrückt, setzt das Programm den Code in die Internet-Adresse um und ruft diese auf. Je nach Handy und dessen Einstellungen muss der Anwender noch den Aufbau der Internetverbindung bestätigen.


Noch mehr Semacode

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Zwar lassen sich mit Semapedia nicht nur für Wikipedia-Artikel Tags generieren, sondern für beliebige URLs. In diesem Fall bittet das Projekt jedoch darum, keine Ausdrucke mit Semapedia-Logo zu verwenden.

Semacode bietet unter www.semacode.org/software ein kleines Java-Applet (Tagger SDK), das Tags erstellt und sich mit wenigen Codezeilen in die eigene Website einbauen lässt. SDK und Reader können für nichtkommerzielle Zwecke frei genutzt werden. Wer den kommerziellen Einsatz plant, muss Lizenzen erwerben.

Einsatzgebiete für die Technik gibt es auf jeden Fall genügend. So könnte ein auf die Rückseite der Visitenkarte gedrucktes Tag zur Firmen-Website führen oder Semacodes auf Messen genutzt werden, um weitere Informationen zu den Ausstellungsstücken zu liefern – ein Semacode ruft dann beispielsweise einen deutschsprachigen Text zu Produkt oder Aussteller auf, ein anderer den englischen. Darüber hinaus taugen Semacodes natürlich auch für Geländespiel-Klassiker wie Schnitzeljagden oder Stadtralleys.