Wie Altruismus die IT neu gestalten könnte
Uneigennützigkeit wird die IT-Welt verändern

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Das Projekt “ein-Laptop-pro-Kind” wird enorme Auswirkungen haben – und das nicht nur auf die Entwicklungsländer.

Laptops verändern das Leben

Wie Altruismus die IT neu gestalten könnte

Kürzlich hatte ich die außerordentliche Gelegenheit vom MIT-Professor und Projektleiter Nicholas Negroponte selbst zu hören, was das Projekt “One Laptop Per Child” (OLPC) tatsächlich bringt. Es wird mit Sicherheit einen Wandel im Leben der Kinder in Entwicklungsländern bedeuten. Es könnte aber auch einen direkten Einfluss auf Leute wie du und ich haben, die Unternehmen leiten oder im IT-Bereich tätig sind.

Laut Negroponte besteht das Ziel des Projekts darin, den Kindern in Entwicklungsländern eine maximale Anzahl von Laptops zu Bildungszwecken zur Verfügung zu stellen und zwar auf einer eins-zu-eins Basis. Das heißt, jedes Kind besitzt seinen Laptop, was gemäß Negroponte der ausschlaggebende Teil des Plans ist – weil dies sie motivieren wird, sich selbst um die Wartung und Reparatur der Geräte zu kümmern.


Viel Forschungsarbeit wird jetzt Wirklichkeit

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Diesen Gedanken liegen 40 Jahre Forschungsarbeit zugrunde, die von Negroponte und anderen geleistet worden sind, aber auch die Erfahrung aus zwei ähnlichen Projekten – eines in Costa Rica, bei dem 1988 mit der Verwendung von Desktops begonnen wurde und einer nicht so lange zurück liegenden Initiative mit ca. 50 Laptops in Kambodscha.

Das Projekt in Costa Rica war erfolgreich: Heutzutage haben fast alle Kinder in diesem Land Zugang zu Desktops. Dies scheint zu einem Wandel in der Wirtschaft des Landes geführt zu haben – 51 Prozent seiner Exporte machen jetzt integrierte Schaltkreise aus.

Das OLPC-Projekt soll die Welt verändern, indem rund eine halbe Milliarde Kinder im Bildungsbereich unterstützt werden sollen, die in Entwicklungsländern leben. Aus einem großartigen Plan wurde eine unmittelbar anstehende Realität als im Dezember letzten Jahres Quanta, einer der größten Laptop-Hersteller, die Zusage gab, die Laptops zu bauen.


Aufwind für AMD und Linux

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Brasilien, Thailand, Argentinien und Nigeria haben bereits Rechner für das arme Volk bestellt und werden wahrscheinlich im nächsten Jahr die ersten Lieferungen erhalten. China, Indien und Ägypten stehen als Nächstes auf der Empfängerliste. Anfangs wird jedes Gerät etwa 130 US-Dollar kosten, aber der Preis soll bis 2010 auf 50 Dollar sinken.

Ein erstes Video, das den Prototypen zeigt, präsentiert das Blog “Silicon Valley Sleuth” hier.

OLPC zielt darauf ab, bis 2008 ganze 100 Millionen Geräte jährlich zu verkaufen – und jedes davon soll mit AMD-Prozessoren arbeiten. Dies wird die Produktion von AMD revolutionieren und durch die Massenherstellung die Preise senken – was für uns alle von Vorteil sein kann, denn generell werden dann die Preise sinken. Auch wird Linux in ein paar Jahren das dominierende Betriebssystem für Desktops in vielen Entwicklungsländern rund um den Globus sein.


Erfahrung kündigt den Erfolg schon an

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Die Erfahrung mit Costa Rica hat gezeigt, dass die Empfänger von OLPC-Geräten durchaus selbst eine wirtschaftliche Bedeutung erlangen können; ein gewisser Prozentsatz wird eventuell nach Europa oder in die USA gehen, um dort zu arbeiten. Die Laptops werden drahtlos verbundene P2P-Netze verwenden, um Internetzugang mit einem Minimum an Infrastruktur anzubieten, was insbesondere für Menschen in entlegenen Wohngebieten vorteilhaft ist.

Das ist ein extrem wichtiges Projekt. Es wird die Zukunft vieler Entwicklungsländer neu gestalten – und damit eventuell auch die IT in der entwickelten Welt. Nur ein Nachteil für die satten Köpfe in der IT-Branche hier im Westen: Der Wettbewerb wird noch härter.