Retter gesucht – eine Tüte Mitleid für Novell

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Der ehemalige LAN-König ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Inquirer-Kollege Martin Veitch legte Novell unters Mikroskop, um eine Tiefenanalyse zu versuchen. Ist der Patient noch zu retten?

Novell stellte vor wenigen Tagen seinen langjährigen CEO Jack Messman mitsamt Stuhl vor die Tür (wir berichteten). Nun darf es Ex-IBM-Manager Ron Hovsepian richten. Doch allzuviel Manövriermasse hat er nicht zur Verfügung. Die wurde schon in zahlreichen Versuchen seiner Vorgänger, Novell eine neue Richtung zu geben, reichlich verprasst.
Messman versuchte, den Konzern Richtung Open-Source zu trimmen. Deshalb kaufte man auch Linux-Distributor Suse, der mal gleichauf mit Red Hat lag. Dann kaufte man den Dienstleister Cambridge Technology Partners und legte Wert auf Consulting. Der Erfolg von IBM ließ sich aber nicht so leicht klonen.
Der wilde Zickzack-Kurs des ehemaligen LAN-Champs begann schon mit dem Kauf von DR-DOS. Da hatte sich aber bereits Windows durchgesetzt und die DOS-Systeme bereits am Sterben. Dann kam der Kauf von WordPerfect und WordPerfect Office, um Microsoft entgegen zu treten. Wieder vorbei. Also verscherbelte man die Scherben an Corel.
Im peer-to-peer-Business wollte man mit NetWare Lite gegen Windows for Workgroups antreten. Interessierte kaum jemanden.
Wenigstens bei der Netzwerksicherheit und im System-Management gab es Teilerfolge (ZenWorks). Suse gibt es auch noch, ist aber gegenüber Red Hat ins Hintertreffen geraten. Nun gibt es wieder einen frischen Manager, der die Richtung ändern könnte. Wie wäre es mit einem Verkauf? Sich selbst an Lotus oder IBM zu verticken, hat Novell damals nicht hinbekommen. Oracle wäre noch eine logische Adresse. Also bitte, rettet Novell!
(rm)

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