Bausatz für RFID-Scanner
RFID-Lesegerät im Eigenbau

KomponentenWorkspace

Unsichtbar für uns werden Gegenstände mit auslesbaren Mini-Chips ausgerüstet. Doch der Bau eines Lesegeräts ist ein Kinderspiel.

RFID-Umgebung aufbauen

Bausatz für RFID-Scanner

Auf einer Erfinder-Messe in San Francisco haben wir ihn entdeckt: einen Bausatz für RFID-Lesegeräte. Ganze 25 Dollar kosten die Elektronik-Bauteile, die binnen 15 Minuten zusammengebaut sind.

Aber freuen Sie sich bitte nicht zu früh: Hochsensible Daten, wie sie beispielsweise auf dem neuen Bundes-Personalausweis oder auch dem elektronischen Reisepass gespeichert sind, kann der Selbstbau nicht auslesen. Die Ausweisdaten sind verschlüsselt, bloßes »Scannen im Vorbeigehen« funktioniert nicht (www.bundesdruckerei.de).

Allerdings können Sie damit Ihre eigene RFID-Umgebung aufbauen. Anwendungen gefällig? Ihre Haus- oder Autotür öffnet sich, wenn Sie in der Nähe sind, oder Sie wissen immer genau, wo bestimmte Geräte in Ihrem Lager aufbewahrt werden. Die elektrische Anbindung können wir hier zwar nicht demonstrieren, wohl aber den Bau des eigentlichen Lesegerätes.

Bildergalerie und weitere Informationen auf der Projekt-Webseite


Bauzeit: 15 Minuten

Bausatz für RFID-Scanner

Das RFID-Komplett-Set von Parallax umfasst eine Basic-Stamp-Hauptplatine mit serieller Schnittstelle und Batterie-Aufnahme, eine RFID-Antenne, zwei RFID-Tags und zur optischen und akustischen Wahrnehmung eine LED und einen Summer. Mit Hilfe der beigelegten Anleitung werden die Spannungsversorgungs- und Schnittstellenverbindungen auf der kleinen Steckplatine verdrahtet – lediglich vier Leitungen sind dafür notwendig.

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Programmieren des Scanners

Bausatz für RFID-Scanner

Ist die Antenne aufgesteckt, ist der Bastelteil beendet. Jetzt muss man noch das Lesegerät über die serielle Schnittstelle programmieren. Der Mikrocontroller (Basic Stamp 2 von Parallax) des Readers übernimmt je nach Programmierung unterschiedliche Aufgaben. Ein passendes Script ist auf der Projekt-Webseite zu finden.

Dieses initialisiert die Hardware auf der Platine – also LED, Summer sowie RFID-Leser und verarbeitet eingelesene IDs.

Mit Hilfe eines angeschlossenen Computers werden die Alarmzeichen programmiert. Da jeder Transponder eine eindeutige Kennung besitzt, kann auch jedem eine bestimmte Blinkfolge der LED oder eine wechselnde Tonfrequenz des Summers zugeordnet werden.

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Anwendungen entwickeln

Bausatz für RFID-Scanner

Über das in Basic programmierte Script lassen sich beliebige Anwendungen entwickeln: Vom Türöffner (reagiert nur auf vorher eingespeicherte Tags und schaltet ein Relais) bis hin zum RFID-Leser mit serieller Schnittstelle für den PC (liest jedes Tag und gibt die ID über die RS232-Schnittstelle zurück).

Da das Scannen nach RFID-Tags mit einem Computer unterm Arm nicht sehr praktikabel ist, wird der Aufbau mit optischen und akustischen Warnmeldern erweitert. Während der Summer direkt angeschlossen wird, benötigt die LED einen Vorwiderstand, der dem Bastelset ebenfalls beiliegt.

Lesegerät aus dem Laden

Auch bei Conrad Elektronik gibt es für knapp 60 Euro nahezu vollständige Lesegeräte zu kaufen. Lediglich eine Antenne ist selbst anzulöten. Mit diesem Aufbau und einem Computer lassen sich die Tags auffinden und die weltweit einzigartige Kennung eines jeden einzelnen Chips auslesen.

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RFID-Grundlagen

Bausatz für RFID-Scanner

Ein RFID-System benötigt einen Empfänger, den Transmitter, und ein zu lesendes Gerät, den Transponder (RFID-Tag). Der Empfänger soll über eine Antenne bei Annäherung eines RFID-Transponders den 96-Bit-Code (EPC, elektronischer Produktcode) registrieren. Da das RFID-Tag ohne eigene Spannungsversorgung auskommt, induziert der Transmitter eine Arbeitsspannung über ein stark-hochfrequentes elektronisches Magnetfeld. Mit der Arbeitsspannung versorgt, meldet sich der Transponder beim Transmitter an. Dort wird die Adresse des Tags erkannt und kann dann über eine angebundene Datenbank weiterverarbeitet werden.

Die RFID-Anwendungen sind im ISM-Frequenzband (Industrial, Scientfic and Medical) jeweils verschiedenen Frequenzbereichen zugeordnet. Das Frequenzband reicht von 100 kHz bis 5,6 GHz. In den unteren Frequenzen arbeiten zum Beispiel Zugangskontrollen und Tieridentifikationen. Der Bereich über 1 MHz ist für Logistik und Produktionskontrollen reserviert. Das Mautsystem Toll Collect arbeitet zum Beispiel mit 2,45 GHz.

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