XP-Nachfolger ausprobieren
Windows Vista gratis

BetriebssystemWorkspace

Jeder kann das neue Windows Vista jetzt kostenlos testen. Der Praxis-Artikel zeigt die wichtigsten Neuheiten.

GUI, Sicherheit und Komfort

XP-Nachfolger ausprobieren

Jetzt wirds ernst. Microsoft wagt sich mit dem Nachfolger von Windows XP ab Juni zum ersten Mal an die breite Öffentlichkeit. Bisher durften nur registrierte Beta-Tester, zahlende MSDN- (Microsoft Developer Network) und Technet-Kunden das neue Betriebssystem Windows Vista begutachten.

Microsoft hat mit Vista keine Revolution geplant, sondern XP an wichtigen Stellen nachgebessert. Bei den Neuheiten in Windows Vista hat sich Microsoft auf drei Bereiche konzentriert: Oberfläche, Sicherheit und Komfort-Funktionen. Da die öffentliche Vista-Version erst mit Erscheinen dieser Ausgabe angeboten werden soll, testet PCpro mit dem aktuellen Entwickler-Build 5381.

Das Vista-Special auf Active-Home


Ein Hauch von 3D und noch bunter

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Kritikern, die bereits die Oberfläche von Windows XP als Klicki-Bunti verspotten, werden auch bei Vista aufstöhnen. Ihnen sei aber gesagt, dass sich das neue Aussehen einfach abschalten lässt. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf den Desktop und anschließend auf Personalize. Dort können Sie das Theme auf Windows Classic stellen, die Farbdarstellung anpassen und das Hintergrundbild auswechseln. Mit passender Grafikkarte und passenden Treibern für Vista zeigt sich das neue Betriebssystem vom ersten Start weg im Aero-Glass-Lock mit zum Teil durchsichtigen Fenstern und Bedienelementen, die beim Mouse-over-Effekt pulsieren.

Mit Fenstereffekten wie Schrumpfen beim Minimieren oder Wegklappen braucht sich die Vista-Oberfläche nicht hinter Mac OS X zu verstecken. Mehrere offene Fenster können mit [Windows] + [Tab] in einem virtuellen Stapel angeordnet werden. Per Mausrad oder mit den Pfeiltasten können Nutzer den Fensterstapel durchblättern. Mit [Alt] + [Tab] zeigt der Task-Switcher auch Vorschaubildchen der offenen Programme an – inklusive laufender Videos. Wer mit der Maus über ein minimiertes Icon in der Taskleiste gleitet, bekommt ebenfalls die Vorschau angezeigt.

Das Vista-Special auf Active-Home


Wo ist der Start-Knopf?

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Hat es Sie auch immer irritiert, zuerst auf Start klicken zu müssen, um Windows zu beenden? Mit Vista hat Microsoft den Startknopf aus der Taskleiste geschmissen und ihn durch einen runden Knopf mit Windows-Fahne ersetzt. Um also ins Programm-Menü zu kommen, klicken Sie jetzt nicht mehr auf Start, sondern auf Windows. Doch Vorsicht: Wenn Sie Vista beenden wollen und über Windows und das Symbol für Herunterfahren klicken, legt sich Vista schlafen. Für den kompletten Shutdown wählen Sie das Pull-down-Menü daneben und Shut Down.

Ein weiterer Blickfang ist die neue Sidebar in Vista. Sie dient als Umgebung für winzige Programme (Gadgets), die meist im Hintergrund Webdienste anzapfen. 14 Gadgets liefert Microsoft mit, darunter Notizzettel, CPU-Auslastungsanzeige, Diashow und RSS-Viewer. Praktisch ist, dass die Gadgets auch außerhalb der Sidebar funktionieren. Einfach mit gedrückter Maustaste ein Minitool auf den Desktop ziehen. Über das Kontextmenü blenden die Gadgets ihre Einstellungsmöglichkeiten ein. Zusatzfunktionen sollen Entwickler über microsoftgadgets.com bereitstellen (PCP-Code: VISTA5308).

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Sicherer als Windows XP

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Microsoft kann Vista noch so schön machen, in Schönheit sterben hat noch nie etwas gebracht. Wichtiger für die Nutzer ist eine gute Portion mehr Sicherheit. Und genau das liefert Vista im Vergleich zu XP gleich vom Start weg.

Unter dem Namen Bitlocker führt Microsoft eine Technik ein, die Manipulationssicherheit bietet, noch bevor das Betriebssystem startet, und zwar geschickt mit kompletter Festplattenverschlüsselung. Das ist vor allem wichtig, wenn etwa das Windows-Notebook mit wichtigen Firmendaten geklaut wird. Der Dieb findet dann nur noch Datensalat auf der Festplatte, weil der komplette Datenträger verschlüsselt ist. Microsoft empfiehlt, Bitlocker zusammen mit einem TPM (Trusted Platform Module) im Rechner zu nutzen.

Es lässt sich aber auch ohne Krypto-Hardware einrichten und betreiben – dann besteht aber die Möglichkeit den Schutz mit manipulierter Spezial-Hardware zu umgehen.

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Mehr Funktionen für die Firewall

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Mit Windows Defender hat Vista ein Antispyware-Tool im Gepäck, das im Hintergrund aus einer Microsoft-Datenbank mit neuen Signaturen versorgt wird. Außerdem gut: Das Windows-Sicherheitscenter überwacht jetzt auch die Antispyware-Komponente und zusätzlich die Einstellungen von Internet Explorer und Benutzeraccounts.

Mit UAP (User Account Protection) geht Microsoft das Problem an, dass unter XP fast jeder Nutzer als Administrator arbeitet, weil das am einfachsten ist. Ist UAP eingeschaltet – das ist es für alle Accounts außer für Administrator -, dann muss jede Änderung am System nochmals bestätigt werden. Ein Pop-up-Fenster fragt gezielt nach. So hat Malware, die sich die Rechte des aktuellen Benutzers verschafft hat, keine Chance.

Die Firewall in Vista bekam endlich mehr Funktionen spendiert. Auch ausgehende Verbindungen können auf Wunsch kontrolliert werden. Einen schönen grafischen Dialog dafür muss man sich aber selbst über die Management-Konsole zusammenklicken. Das geht über ein Snap-in namens Windows-Firewall für erweiterte Sicherheit.

Das Vista-Special auf Active-Home


Windows mit Komfort

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Microsoft verteilt Vista nur auf DVD und plant sogar, nur eine DVD mit allen Vista-Versionen in den Handel zu bringen. Je nach Produkt-Schlüssel soll sich dann lediglich die erworbene Version auf den Rechner installieren lassen. Das dürfte – ähnlich der Aktivierung bei Windows XP – eine Einladung an Programmierer von Key-Generatoren sein. Wie Microsoft diesem Problem begegnet, steht noch nicht fest. Das aktuelle Vista braucht auf den Testsystemen rund 8,5 GByte Platz, bringt aber auch mehr Zusatzprogramme mit als XP. Interessante Neuheiten:

Windows Photo Gallery: Eine Bildverwaltung mit grundlegenden Funktionen importiert und verwaltet Fotos von Digitalkameras. Einige Funktionen, etwa Bilder rotieren, führen noch zu Fehlermeldungen. Slideshows lassen sich jedoch schon anzeigen.

Performance Monitor: Ein Benchmark-Tool prüft den PC auf potenzielle Leistungsschwächen bei Grafik, CPU oder Speicher.

Imaging-Tool: Vista kann auch komplette Images von Partitionen anlegen. Die Sicherungen auf CD/DVD scheitern zwar im Test noch, der Restore eines Festplatten-Backups funktioniert über die Installations-CD.

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So holen Sie sich Vista

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– Über die Microsoft-Webseite können Sie sich die Testversion von Vista als ISO-Datei (ca. 3.2 GByte) gratis herunterladen (www.microsoft.com/germany/windows/
windowsvista/default.aspx).

– Nach Registrierung mit der E-Mail-Adresse erhalten Sie einen Key, den Sie für die Installation brauchen.

– Die ISO-Datei (ca. 3,2 GByte) müssen Sie mit einem Brennprogramm auf DVD bannen, etwa mit Nero.

– Bevor Sie Vista installieren, empfiehlt PCpro eine Komplettsicherung der Daten mit einem Imaging-Tool oder sonstiger Backup-Software.

– Alles über Systemvoraussetzungen lesen Sie unter (PCP-Code: VISTAHW).

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