Mobile Kommunikation ist oft überdreht
Telefone sind zum Telefonieren da – zumindest in erster Linie

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Mobile Geräte sollten die Sprachkommunikation nicht vernachlässigen, wenn sie andere Möglichkeiten der Nachrichtenübermittlung integrieren.

Zu viel Rummel um ein Telefon

Mobile Kommunikation ist oft überdreht

Bei all dem Rummel um Push-E-Mail, mobiles Web-Browsen, Instant Messaging, die Konvergenz zwischen Festnetz und Mobilfunk und den vielen, vielen anderen Features, die den modernen Mobilgeräten eigen sind, könnte leicht in Vergessenheit geraten, dass hinter all dem ein Telefon steckt.

Ja, ja, das Teil in Ihrer Jackentasche kann Fotos machen und hat Musiklisten, die manchen Radiosender erblassen lassen könnten, aber der ursächliche Grund, weshalb Sie das Ding mit sich rumschleppen ist, dass Sie telefonieren können.

Diesen Fakt scheinen viele Leute in der IT-Industrie mittlerweile langsam zur Kenntnis zu nehmen. Vorigen Monat hat Nokia ein neues Modell der E-Serie, die vor allem auf Unternehmen abzielt, vorgestellt, bei dem das Hauptaugenmerk auf der Sprachkommunikation liegt. Was aber nicht bedeutet, dass das E50 nix weiter kann. Es hat einen eingebauten E-Mail-Client und kann so konfiguriert werden, dass es an eine Reihe drahtloser E-Mailsysteme, die von Firmen genutzt werden, angeschlossen werden kann, einschließlich Exchange Server und Black Berry Connect. Dennoch hat sich Nokia darauf konzentriert, dass das E50 klein und leicht sein soll und die Mitarbeiter es deshalb überall hin mitnehmen können, ohne dass es zu einer Last wird.


Neue Lösungen: back to the roots

Mobile Kommunikation ist oft überdreht

Nokia steht nicht allein – auch andere Anbieter folgen diesem Trend. RIM, dessen BlackBerry Geräte als drahtlose Nur-E-Mail-Terminals begannen, hat flugs Telefonfeatures hinzugefügt. Sein neuestes Modell, das BlackBerry 7130g, sieht auch sehr telefonmäßig aus und quetscht die üblichen Funktionen in ein Gehäuse von der Größe eines Schokoriegels. Dabei wird ein neues Design für die Tastatur verwendet. Auch hier scheint das Ziel darin zu bestehen, die Nutzer davon zu überzeugen, dass es sich hierbei in erster Linie um ein Telefon handelt und dass es klein genug ist, um überall dabei zu sein.

Die Methode, Mobilgeräte mit immer mehr Funktionen auszustatten, macht sie tendenziell nicht nur größer und schwerer (man vergleiche z.B. das SPV M5000 von Orange mit einem normalen Telefon) sondern unweigerlich auch komplizierter in der Anwendung. Ich habe das Thema Nutzer-Interface für Mobilgeräte bereits einmal angesprochen und einige Telefone haben so verworrenen Menüs, dass man sich nur wundern kann, wer sie wohl konstruiert haben mag – und was in aller Welt derzeit in deren Köpfen vorgegangen ist.


Sorry, IT-Leute: Sprache ist die Killer-Applikation!

Mobile Kommunikation ist oft überdreht

Für all diese Probleme mag es natürlich eine Lösung geben und ich bin nicht der Meinung, dass wir die mobile Nachrichtenübermittlung und andere nützliche Dinge wieder abschaffen sollten. Es gerät aber leicht in Vergessenheit, dass die Sprache noch immer die “Killer-Applikation” für die mobile Kommunikation ist. Sehr wenige Menschen schreiben schneller als sie sprechen und das bedeutet in vielen Situationen, dass es viel einfacher ist, jemanden mal kurz anzurufen und direkt mit ihm zu reden als eine E-Mail oder eine Textmitteilung zu erstellen.

Die Hersteller von mobilen Geräten sehen sich also einer großen Herausforderung gegenüber – Geräte zu bauen mit denen man Emails und andere Mitteilungen leicht lesen und beantworten kann, aber ohne die zentralen Telefonfunktionen zu beeinträchtigen.

Die IT-Manager wiederum müssen sich im Klaren sein, dass eine Lösung nicht unbedingt für alle geeignet ist. Es gibt keine Alternative dazu, ein Gerät anzufassen, wenn man herausfinden will, welches für die eigenen Bedürfnisse das Richtige ist.

Merke: Was auf dem Papier gut aussieht, kann in der realen Welt völlig nutzlos sein.