Künstliche Intelligenz ist ein alter Sack von 50

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INQ_KI50.jpg Ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz (KI) präsentiert sich derzeit Bremen: Während bis Morgen noch die internationale Fußballroboter-WM zu Gast ist (11 von 33 Titeln für Deutschland!), fand am Wochenende parallel dazu die 29. Tagung Künstliche Intelligenz statt. Dabei wurde der 50. Geburtstag der KI gefeiert, die offiziell mit einer Konferenz im Jahr 1956 am Dartmouth College in New Hampshire ihren akademischen Einstand hatte.

“KI-Anwendungen sind in der Regel nicht immer leicht als solche zu erkennen. Wenn Künstliche Intelligenz schließlich funktioniert, dann wird es nicht mehr KI genannt sondern Informatik, weil wir es dann verstehen”, scherzte Wilfried Brauer, Professor an der TU München und der Universität Bremen. Beispiele seien KI-Lösungen in alltäglichen Geräten wie Kaffee- oder Waschmaschinen, Verkehrsleitsystemen oder Computermäusen.
Die Vorstellung über Künstliche Intelligenz habe sich jüngst stark verändert. 1997 gipfelte die Fähigkeit, möglichst viele Lösungskombinationen durchspielen zu können, um dann die beste Kombination auszuwählen, im Sieg von IBMs Schachcomputer “Deep Blue” über Weltmeister Garri Kasparow. Diese Fähigkeit zur Kombination stelle aber nur einen kleinen Teil der menschlichen Intelligenz dar, merkten die Professoren Christian Freksa und Kerstin Schill an. Der Mensch sei zum Beispiel in der Lage, schnelle und gute Entscheidungen zu treffen, obwohl nur unklare oder unvollständige Informationen vorliegen. Heute sehe man die KI nicht mehr nur als rationale, logikbasierte Schlussfolgerung, sondern nähere sich seit Fuzzy-Logic und neuronalen Netzen nun den eigentlichen Denkprozessen des Menschen. “Die Künstliche Intelligenzforschung verändert das Denken über den Menschen und verändert – vielleicht – auch den Menschen selbst”, so die Symposiumsveranstalter abschließend. Unser Appell: Gebt Gas Jungs, damit wir per KI möglichst bald den Fußballern das Sprechen und den Politikern das kluge Handeln beibringen können.