Gezerre um Vivendi

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Der französische Telekom- und Medienkonzern kommt nicht zur Ruhe. Einerseits würde der größte Einzelaktionär gerne das Konglomerat in wertvollere Einzelstücke zerschneiden, andererseits versucht Vivendi weitere Zukäufe zu tätigen.

Am 8. Juni gab die France Télécom bekannt, sich von der Branchenbuch-Tochter Pages Jaunes (= Gelbe Seiten) trennen zu wollen. Der aktuelle Börsenwert liege bei der Kleinigkeit von 6,4 Milliarden Euro, der 54 Prozent Mehrheitsanteil der Muttergesellschaft sei für etwa 3,46 Milliarden Euro zu haben.

Bei großen Summen ist Vivendi immer gerne dabei und hob gleich mal den Finger, ein Gebot machen zu wollen. Das wiederum gefällt dem Norweger Alexander Vik gar nicht. Über seine Sebastian Holdings hält er zwar nur 4 Prozent der Vivendi-Anteile, doch mit Großbanken in seinem Rücken will er schon seit Wochen versuchen, die Kontrolle über den Konzern an sich zu reißen. Da käme ihn ein weiteres Wachstum des Mischkonzerns gar nicht gelegen, weshalb er auch gleich eine öffentliche Warnung vor der Übernahme der PagesJaunes ausstieß und seinen erbitterten Widerstand ankündigte.

Zugleich versucht Vivendi sich gegen die Vik-Pläne zu wappnen und die anderen Aktionäre bei der Stange zu halten. Daher legte der Konzern zum Wochenausklang schnell noch eine Geschäftsprognose bis 2011 vor, was sehr unüblich ist. Angesichts der Hauptstandbeine Musik und Telekommunikation – beide im Umbruch – erscheint so eine Prognose nicht haltbar. Bis 2011 soll jede Sparte jährlich operativ um acht bis zehn Prozent expandieren, verspricht Vivendi recht kühn. (rm/dd)

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