Warum die Leute Sony hassen (Kommentar)

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Arrogant, wenig aufrichtig, ständig verspätet, kaum den Kunden im Blick und ein Ego so groß wie der Fujiyama – so wirkt Sony auf den Kunden. Jetzt ergriff ein Europa-Manager des Konzerns das Wort, um Klarheit zu schaffen.

“Wir haben mit der Zeit einen gewissen Markenwert aufgebaut. Vor allem mit der PlayStation. Daher werden die Kunden auch die PS3 kaufen, was immer es ist und sogar, wenn es dafür keine Spiele gibt”, ließ neulich David Reeves, Chef der europäischen Unterhaltungssparte bei Sony, vom Stapel. Was für ein Herzchen. Und welcher Spieler und Verbraucher hört es nicht gerne, wenn er für ein abhängiges, lenkbares Lamm gehalten wird, hmm? Und ihm diese Einschätzung auch noch pfeilgerade offen an den Kopf geworfen wird. Der Spruch von Reeves zeigt, dass Macht korrumpiert. Und ist ein schönes Beispiel für die Arroganz, mit der sich Sony in den vergangenen Jahren ganz an die Spitze seiner Schwierigkeiten vorgearbeitet hat. Mit dem steten Versuch, den Verbraucher und den Markt die eigenen Normen aufzuzwängen (Memory Stick, eigenes Song-Format, eigenwillige CD-Formate und DRMs). Jupp, das hat ja unheimlich super geklappt. Bis auf die PlayStation konnte Sony kaum eine “Abhängigkeit” generieren. Eigentlich ist Sony selber PS-abhängig, denn die Konsole ist die Cash-Cow im Konzern. Sollte die PS3 floppen (zu spät, zu teuer, keine Spiele?), dann gerät der japanische Großkotz-Konzern aber arg in Schieflage. Das würde schön in die Erfolgsserie mit Blu-Ray-Verspätung und Kopierschutzskandal hineinpassen.