Haben die Raubkopierer bedingungslos kapituliert?

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Die Amerikaner nehmen das Wort War gerne in den Mund. Da gibt es den Krieg gegen die Drogen, den Krieg gegen den Terrorismus und den Krieg gegen Raubkopierer. Alle wirken sie wie ein verzweifelter Kampf gegen Windmühlen. Daher hat es auch nichts genutzt, den Krieg im Irak als “gewonnen” zu erklären – der Kampf geht weiter. Gestern nun wurde der Sieg im Krieg gegen die illegalen P2P-Tauscher erklärt. Mit dem gleichen Ergebnis?

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Diesmal war es natürlich nicht Präsident Bush, sondern der Verbandspräsident der US-Musikindustrie, der mit einer Siegesbotschaft an die Öffentlichkeit trat. Als “eingedämmt” und unter Kontrolle sieht die “Recording Industry Association of America”, kurz RIAA, den illegalen Austausch von Songs über P2P-Netzwerke.
“Das Problem ist zwar noch nicht eliminiert, aber illegaler Dateiaustausch bewegt sich nur noch auf niedrigem Level”, tönte Verbandschef Mitch Bainwol voller Stolz. Er habe Tauschnetze wie BearShare, WinMX und Grokster zur Strecke gebracht und einige in die Flucht (der Legalität) geschlagen. Über 18.000 Privatpersonen wurden angeklagt und mussten im Schnitt rund 4.000 Dollar (3.200 Euro) Strafe zahlen. Darunter viele Kinder und Jugendliche. Was für ein Held …