Die WM läuft toll – und doch enttäuscht sie

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Was wurde vor den Spielen nicht alles geschrieben über die fantastischen Aussichten für die Hersteller von Flachbildschirmen. Ein wahrer Kaufrausch wurde da herbeigedichtet. Die Verkäufe hatten zwar zugelegt, erfüllten aber nicht die in aberwitzige Höhen hochgejubelten Erwartungen, geben jetzt die Konzerne kleinlaut zu.

INQ_WMenttäuschung.jpg Die Hersteller von Unterhaltungselektronik hatten sich auf einen gigantischen WM-Schub eingerichtet. “Den Megakick hat es leider nicht gegeben”, bestätigte gestern Sony-Deutschlandchef Manfred Gerdes. Schon am Montag hatte ja der weltweit zweitgrößte Hersteller von Flachbildschirmen, LG Philips LCD, seine Absatzprognose für das zweite Quartal reduziert. Auch Rivale AU Optronics warnte jüngst vor einer Abschwächung der Verkäufe. Im vergangenen Jahr hatten die Hersteller von Flachbildschirmen überoptimistisch für runde 8 Milliarden Euro ihre Fabriken ausgebaut. Das dürfte sich rächen, denn die Überkapazitäten dürften ab Jahresende einen enormen Preiskampf auslösen.
“Die Branche wird erst einmal weiter enttäuschen”, glaubt auch Fondsmanager Yoo Byoung-ock von Mirae Asset Management in Seoul. Das haben auch die Börsen mitbekommen: Der Aktienkurs von LG Philips LCD brach gestern um 13 Prozent ein. Ex-Weltmarktführer Sharp geriet mit Minus 7 Prozent in den gleichen Strudel. Elektronikkonzerns Matsushita (Panasonic) baute um 5,5 Prozent ab. “Das ist jetzt nicht der Anfang vom Kollaps der Branche”, beruhigte Analyst Andrew Murray von der Marktforschungsfirma iSuppli. Hier äußere sich nur die Enttäuschung über den schwach ausgefallenen WM-Boom.