Qualcomm attackiert Nokia

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Nokia soll Patente bezüglich GSM-Techniken verletzen, behauptet Qualcomm. Das Säbelrasseln des US-Mobilfunk-Pioniers ist gewaltig: Er fordert sogar ein Importverbot in den USA für Produkte des finnischen Herstellers.

Erfinder gegen Marktführer – eigentlich nichts Neues. Neu ist jedoch, dass Qualcomm sich bei der US-Handelkommission ITC über Nokia beschwert, obwohl die Finnen mit Patenten des US-Anbieters ausgestattet sind. Um welche Patente es diesmal genau geht, weiß Nokia selbst noch nicht. Angeblich verhalte sich Nokia zudem wettbewerbswidrig.

Schon im November hatte sich Qualcomm – offenbar ergebnislos – über Nokia beschwert. Nun sind erneut Patente rund um die in Europa, Asien und Afrika verbreitete GSM-Technik strittig. Nokia will nun erst einmal die eingereichte Beschwerde lesen und prüfen. Man gehe derzeit aber davon aus, dass die noch laufenden Lizenzen, die bis 9. April 2007 gültig sind, alles Angebotene abdecken. Neuverhandlungen würden derzeit geführt.

Weil sich mehrere europäische Unternehmen bei der EU-Wettbewerbsbehörde über Qualcomms “unfaire Praktiken bei der Lizenzierung von 3G-Technologien” beschwerten, schlägt das US-Unternehmen zurück und verklagt seit Ende letzten Jahres Hersteller von Mobilfunk-Technik. Erste Anfragen der EU-Kommision seien doch schon beantwortet, teilte Qualcomm-Chef Paul Jacobs der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times mit die Angriffe der europäischen Unternehmen gegen den US-Mobilfunkgiganten sind offenbar so stark, dass Jacobs meint, er würde viele Schritte tun, um die EU zufrieden zu stellen – im Notfall sogar eine Aufspaltung in mehrere Firmen. (mk).

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