Origami UMPC: Das Microsoft-Desaster

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Der Ultra-Mobile PC (UMPC, Kampfname Origami) könnte sich zum größten Microsoft-Flop seit Windows ME entwickeln. Der Konzern hat es aber geschickt angestellt, denn für den Fehler zahlen die Konsumenten und eventuell die jeweiligen UMPC-Hersteller.

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Unser Inquirer-Kollege Simon Burns probierte am Wochenende drei neue UMPC-Modelle auf der Computex-Messe in Taiwan. Sein Eindruck nach intensivem Test: Ein Origami besteht immer nur aus der Summe vieler Kompromisse, da er für so viele Aufgaben gedacht sein soll. So könne er nichts richtig. Die Schuld liege nicht bei den Herstellern, die sich viel Mühe gegeben haben, sondern beim Entwurf, den Microsoft vorgab.
Die untersuchten Geräte – Asustek R2, ECS H70 und AMtek T700 – unterscheiden sich folgerichtig auch kaum voneinander: stromsparende CPU um die 1 GHz, 30 bis 60 GByte 1,8-Zoll-Festplatte, 7 Zoll LCD (800 x 480 Pixel), WiFi, Bluetooth sowei wenigstens 256 MByte DDR2-Speicher. Alle Modelle hatten ein Touchscreen, das auch per Stift oder Pad zu bedienen war. Asus und ECS spendierten noch eine 1,3 Megapixel-Kamera, während die R2 sogar noch GPS und Fingerabdruck-Scanner besaß.
Das klingt jetzt nicht allzu aufregend, aber auch nicht abschreckend. Was also ist falsch am UMPC-Gedanken?
Zum einen fehlt es an Leistung und Batterielaufzeit, zum anderen wurde die MS-Software für Büro-PCs entwickelt und passt nicht so recht zu den Origami-Mobilaufgaben. Vom Gewicht (min. 850 g) ganz zu schweigen.
Und dann treffen die UMPC ja nicht auf einen komplett luftleeren Raum, sondern müssen sich im Markt mit weit entwickelten PDAs und Smartphones messen, die bei deutlich weniger Gewicht bereits praktischer und leistungsfähiger sind. Die Praxis offenbart: es ist unpraktisch, lässt sich nicht elegant mit einer Hand bedienen und macht einfach keinen richtigen Spaß. Aber der ist ja dank der kurzen Akkulaufzeit eh schnell vorbei. Es ist wie immer bei Microsoft: Warten wir bis Origami 3.0, dann taugt es vielleicht.