Harter Kampf ums Suchmaschinen-Marketing
Google könnte sich ein Eigentor schießen

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Die Beschwerde des Suchmaschinen-Riesen über den unrechtmäßigen Vorteil der Microsoft MSN-Suche könnte sich als Bumerang erweisen.

Erwischt – Google-Deal mit Mozilla

Harter Kampf ums Suchmaschinen-Marketing

Wir berichteten, dass Google die Wettbewerbshüter in Brüssel und die Antitrust-Behörden in Washington hofiert, um Beschwerden über die voreingestellte Suchoption im Internet Explorer 7 (IE 7) anzubringen. Das Unternehmen vertritt die Ansicht, Microsoft hätte damit aufgrund seines Desktop-Monopols einen unfairen Wettbewerbsvorteil.

Es geht dabei um ein Suchfeld, das in der oberen rechten Ecke der Vorschau von Microsofts neuem Webbrowser erscheint. Diese Voreinstellung – obwohl leicht abzuändern – ist auf MSN Search eingestellt. Mittlerweile lassen andere Entwicklungen erkennen, dass der Wettbewerb hinsichtlich der Suchtechnologie immer härter wird. Und Microsoft gibt sogar zu, bei der Suchtechnik noch nicht gut genug zu sein. Und auch die US-Behörden sehen keinen Handlungsbedarf.

Doch einige Nutzer haben Werbung für Firefox auf der Google-Homepage gefunden – die bis jetzt frei von Anzeigen durch Drittparteien war. Google hat enge Verbindungen zu Firefox und zahlt der Mozilla Foundation große Summen für die standardmäßige Weiterleitung von Anfragen an Google. Auch Apple Nutzer erhalten standardmäßig Google-Suchergebnisse. Im Safari-Browser ist ein Google Suchfeld so fest verankert, dass der Nutzer es nicht entfernen kann. Hier aber ist Microsoft der “Underdog”: Nach aktuellen Studien von WebSideStory hält Google den Großteil der Suchanfragen in Deutschland (voriges Jahr schon über 90 Prozent), Großbritannien (75%) und Frankreich, und in den USA hat man Yahoo fast schon überholt. MSN liegt weltweit aber nur bei 5,5 Prozent.


Ungesunde Vorherrschaft mal nicht durch Microsoft

Harter Kampf ums Suchmaschinen-Marketing

Was auch immer bei Googles Beschwerde herauskommt, der zukünftige IE 7 und Windows Vista werden Google wohl kaum von seiner Vormachtsstellung vertreiben. Google hat die Qualität, das Markenbewusstsein seiner User und außerdem den finanziellen Rückhalt, um an der Spitze zu bleiben.

Ob nun die Voreinstellung für die Suche im IE 7 als unerlaubter Wettbewerb eingestuft wird oder nicht – für Google könnte es leicht zum Eigentor werden, auf diesen Umstand hinzuweisen. Denn wenn es auf dem Suchmaschinenmarkt irgendeine ungesunde Vorherrschaft gibt, dann ist diese doch wohl eher Google als Microsoft zuzuschreiben.

Es ist ein heikles Thema, denn lockt man Nutzer auf seine Suchmaschine, öffnet dies auch viele andere Türen, zum Beispiel für kontextabhängige Werbung, aber auch als ideale Plattform für die Unterstützung vieler anderer Dienste.


Suchmaschine: “Schlüsselmeister” ins Internet-Tor

Harter Kampf ums Suchmaschinen-Marketing

Für viele Nutzer ist die Suchmaschine das Portal für alle Internet-Inhalte. Anders gesagt: wenn eine Suchmaschine sich dafür entscheidet, eine bestimmte Seite zu ignorieren oder ihr eine niedrige Rangordnung zukommen zu lassen, wird diese fast unsichtbar – mit fatalen Folgen für das elektronische Geschäft des Unternehmens. Google ist der Torhüter zum Web geworden.

Einige Unternehmen stellen fest, dass Google für sie eventuell nicht das Richtige ist. Die A9-Websuche von Amazon hat sich kürzlich von Google als Suchmaschine getrennt und verwendet jetzt Microsoft. Das dürfte damit zusammenhängen, dass Google in den elektronischen Handel einsteigen will und damit zu einem Konkurrenten von Amazon wird. Wenn der Suchgigant weiter wächst, könnten noch weitere Partnr ihre “Liebesbeziehung” zu Google verlieren.

Eingedenk der Tatsache, dass ich selbst nichts anderes als absolute Bewunderung für die hervorragende Leistung der Google-Dienste hege, wird es für uns alle dennoch von Nutzen sein, wenn Microsoft oder andere es schaffen, wenigstens etwas von Googles Marktanteilen im Bereich der Suchtechnologie zu ergattern.