Chinesische WLAN-Delegation flieht aus Euro-Meeting

MobileSicherheitSicherheitsmanagementWLAN

Weil man sich nicht zum eigenen Vorschlag für einen neuen Verschlüsselungsstandard äußern durfte, reist die chinesische Delegation kurzerhand ab.

“Wir werden hier unfair behandelt”, weinte sich ein Delegationsmitglied gegenüber der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua aus. Zuvor hatte die ganze Gruppe demonstrativ ein Technologie-Treffen in Prag verlassen, weil ihnen nicht erlaubt worden war, ihre eigene Sicht der Dinge darzulegen.

Zu dem Treffen hatte die International Standardization Organization (ISO) nach Prag eingeladen. Es sollte über den neuen internationalen Standard für WLAN-Verschlüsselung diskutiert werden. Auf dem Tisch lagen zwei Versionen: der chinesische WAPI- und der US-802.11i-Standard (von IEEE). Im März hatten sich in einer internationalen Abstimmung die betroffenen Länder für die amerikanische Variante ausgesprochen. Schon vor knapp zwei Wochen protestierten die Chinesen dagegen und behaupteten, die Wahl sei unfair abgelaufen.

In Prag nun sollten die Wogen geglättet werden. Doch von den 17 Ländern, die gegen WAPI gestimmt hatten, ließen sich nur sieben am Verhandlungstisch sehen. “Die IEEE hatte für eine negative Stimmung uns gegenüber gesorgt”, beschwerte sich Delegationsmitglied Huang. Doch mehr noch regte die Chinesen auf, ihre Meinung zu den Standards und der Abfolge der Entscheidung auf dem Meeting nicht äußern zu dürfen, weshalb die Delegation die Konferenz wütend verlies und sofort abreiste. (rm/dd)

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen