RDF, RSS und Atom
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Statt eines einheitlichen Standards gibt es rund um RSS & Co. mehr Verwirrung als Klarheit. Der Grund: Parallel zum offiziellen W3C-RSS-Standard kochten und kochen andere ihr eigenes Süppchen.

RDF: Der offizielle W3C-Standard

RDF, RSS und Atom

Seit Mitte der neunziger Jahre beschäftigte sich das Word Wide Web Consortium mit Möglichkeiten, semantische Zusammenhänge und Bedeutungen von Inhalten über XML-Standards abzubilden (Semantic Web). Das Resource Description Framework – kurz RDF – definiert in diesem Zusammenhang grundlegend den Aufbau und Einsatz von XML-Strukturen, die Inhalte und Informationen verbunden mit einer formal beschriebenen Bedeutung darstellen.

Als RDF Site Summary – kurz RSS – wurde Ende der neunziger Jahre vom W3C ein RDF-konformes XML-Format verabschiedet, das definierte Tags für die Beschreibung des Inhalts einer Webseite enthält. Die Kernelemente sind der Titel einer HTML-Seite (Title), die Beschreibung (Description) der Seite und ein Link (Link).


RSS 2.0 – Real Simple Syndication

RDF, RSS und Atom

Parallel hierzu und auf Grund des stockenden Vorankommens der Standardisierung im Rahmen von RDF hatten anfangs Netscape sowie später Radio Userland bereits RSS genutzt, um Inhalte in einfacher Form zwischen Online-Sites auszutauschen und in den Netscape Browser neue Funktionen einzubauen, wie sie Microsoft in der kommenden Windows-Version wohl mit der neuen Sitebar einführen wird.

In diesem Zusammenhang gaben Netscape und Radio Userland verschiedene, mitunter abweichende Spezifikationen als RSS-0.90-, RSS-0.92- oder RSS-0.93-Spezifikationen heraus (zusammengefasst RSS 0.9x). Dies wurde im Lauf des Jahres 2002 durch das RSS-2.0-Format um wichtige Meta-Tags erweitert und abgelöst. Um Konflikte mit dem offiziellen Standard RDF Site Summary zu vermeiden, übersetzten Netscape und Radio Userland die Abkürzung RSS schließlich mit »Really Simple Syndication«.


OPML, Atom & Co.

RDF, RSS und Atom

Als wäre das Format-Wirrwar noch nicht komplett, existieren im Web schon erste Spezifikationen und Hinweise auf RSS 3.0 als Nachfolger des RSS-2.0-Formats, und es werden Alternativen zum RSS-Standard wie das Format Atom diskutiert.

Das Atom-Format eigne sich besser für die Darstellung von Einträgen aus Blogs, ist eines der Argumente. Atom basiert ebenfalls auf XML und nutzt andere Tags und eine andere Struktur als RSS, doch lassen sich Atom-Feeds problemlos in RSS umwandeln und umgekehrt. Daher ist die Diskussion müßig, ob mit Atom ein weiteres konkurrierendes Format zur Content-Syndication notwendig ist.

Wirklich sinnvoll hingegen ist OPML. Die Outline Processor Markup Language wurde von Radio Userland initiiert, um angebotene RSS-Feeds zu umschreiben, und als Standard, um abonnierte RSS-Feeds zwischen RSS-Readern auszutauschen.

Wer mehrere RSS-Feeds etwa zu unterschiedlichen Themen wie Politik, Wirtschaft, Kultur und anbietet, gibt Usern über eine zusätzliche OPML-Datei die Chance, gleich alle Feeds auf einen Schlag zu abonnieren, ohne diese mühsam einzeln im RSS-Reader eintragen zu müssen. Details zu OPML und dem Aufbau der XML-Dateien finden sich unter www.opml.org.