DOSSIERS
Digitale Kopien durch die analoge Hintertür
Erlaubt oder geklaut?
Legale MP3s aus dem Web(-Radio)
Digitale Kopien durch die analoge Hintertür
Mit der richtigen Software ist es ganz einfach: Man kann sich über Nacht sein eigenes MP3-Musikarchiv zusammenstellen. Freeware-Tools wie Phonostar Player, iRaTe V2, Station-Ripper oder Stream-Weaver scannen die Internet-Radios und legen einzelne Audio-Files an. Am nächsten Morgen ist die MP3-, WMA- oder OGG-Sammlung auf der Festplatte gespeichert. Legal oder illegal?
Die Antwort lautet: Es ist legal, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind: Die mitgeschnittene Musik darf man nur für den privaten Gebrauch nutzen. Eine Verbreitung – zum Beispiel auf der eigenen Website – ist untersagt. Auch ist es nicht erlaubt, von den Musikstücken CDs zu brennen und im großen Stil zu verbreiten oder zu verkaufen. Bestenfalls ist es noch erlaubt, einige wenige Kopien herzustellen – zum Beispiel eine für den CD-Player im Auto oder als Geburtstagsgeschenk für einen guten Freund. Zweite Voraussetzung: Bei den Internetradios, von denen Sie die Musik holen, darf es sich nicht um »offensichtlich rechtswidrige« Quellen handeln. Sie werden in der Praxis aber ohnehin kaum wissen, von welchem Internet-Sender das Tool welches Musikstück mitgeschnitten hat.
Offensichtlich illegale Internet-Radios sind bislang in der Öffentlichkeit nicht bekannt. Illegal ist ein Radio, das für die Verbreitung der Musik keine Vergütung an eine Verwertungsgesellschaft zahlt – in Deutschland zum Beispiel die GEMA. Der Kauf von Software, mit der systematisch Musik von Internet-Radios mitgeschnitten werden kann, ist aber in jedem Fall erlaubt.






Letzter Kommentar
0 Antworten zu Digitale Kopien durch die analoge Hintertür
Erlaubt oder geklaut?