Hohe Power für besondere Dienste
Spezialisierte Server zeigen, dass sie ihr Geld wert sind

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Mächtige, auf ihre Aufgaben spezialisierte Server, die mit extrem anspruchsvollen Anwendungen fertig werden können, werden immer populärer.

Spezialisierung bringt Vorteile

Hohe Power für besondere Dienste

Erwähnt man auch nur anwendungsspezifische Server, werden die meisten Leute in der Industrie entgegenhalten, dass General-Purpose-Server für die meisten Anwendungen über ein ausreichendes Leistungsvermögen verfügen und im Anschaffungspreis sowie hinsichtlich des Supports wesentlich preisgünstiger sind. Das könnte sich aber ändern.

Neue anwendungs- und aufgabenspezifische Technologien treten immer wieder zutage und ganz offensichtlich glauben einige Anbieter, dass damit durchaus ein Geschäft zu machen ist. So hat beispielsweise Azul Systems vor kurzem einen bedeutsamen Fortschritt bei der Entwicklung seiner anwendungsspezifischen Technologie erzielt, indem das Unternehmen seinen Vega2 Prozessor mit 48 Kernen auf den Markt gebracht hat. British Telecom (BT) hat einen Großauftrag bei Azul Compute Appliances getätigt, was als weiterer Vertrauensbeweis in diese Strategie gesehen werden kann.

Der Telekommunikations-Anbieter wird die Systeme für den Betrieb von Anwendungen im Bereich Webdienste verwenden, ebenso für eine Utility Computing Farm für sein zukünftiges IP-basiertes Telekommunikations-“Netzwerk des 21. Jahrhunderts” (BT-Marketingspruch).


Spezial-CPUs und Java-Verbesserungen

Hohe Power für besondere Dienste

Die Verarbeitung von Java ist Azuls Spezialgebiet – und weil sich Java auch zunehmend im Herzen von Kommunikationsdiensten befindet, ist es für BT sinnvoll, diesen Weg zu beschreiten. Aber Java setzt sich auch immer mehr bei Unternehmens-Anwendungen durch, insbesondere dort, wo man sich in Richtung service-basierter Umgebung bewegt.

Das andere Spezialgebiet von Azul besteht in der Verwendung seiner maßgeschneiderten Prozessoren – die zu einem symmetrischen Multiprozessorsystem (symmetric multiprocessing – SMP) mit bis zu 768- direkten Prozessorkern-Verbindungen skaliert werden und bis zu über 768 GByte Speicher verfügen können. Damit ist es möglich sehr große Anwendungen und Datensätze im Realspeicher laufen zu lassen anstatt viel Zeit darauf zu verwenden, Daten und Code von und zum Festplattenspeicher zu bewegen.


“Flüssiges” Java in der CPU

Hohe Power für besondere Dienste

Azul hat auch eine Technologie entwickelt, die das Problem der Speicherbereinigung bei Java zu lösen scheint (Heimcomputerfans aus den 80er-Jahren kennen das plötzliche Unterbrechen noch als “garbage collection”, etwa beim C64). Mit der neuen Technik werden die Java-Anwendungen nicht mehr gestoppt, während das System nach freiem Speicher sucht. Die Folge ist, dass extrem große Datenbanken im Speicher laufen können, ohne dass eine merkliche Pause entsteht. Dies ist für jedes Unternehmen, das mit großen Datenbanken arbeitet, eine gute Sache und passt deshalb auch für Telekom-Riesen wie BT.

Auch für Firmen, die mit Anwendungen oder Diensten arbeiten, welche große Datensätze benötigen, könnte dies in Zukunft ein verlockender Aspekt sein. Mit Zunahme der Web-basierten Anwendungen mag das für einen Großteil von Unternehmen gelten.


Teuer und trotzdem Geld sparend

Hohe Power für besondere Dienste

Azul-Server sind jedoch nicht gerade billig. Zurzeit liegt die Untergrenze für Azul-Systeme, die noch mit der früheren Version des Prozessors mit 24 Kernen arbeiten, bei ca. 100.000 Dollar, der Preis kann bis zu einer halben Million gehen. Jedoch können sie sich im Endeffekt hinsichtlich der Verarbeitungskapazität – verglichen mit den General Purpose Servern – als wesentlich billiger herausstellen, wenn diese die Leistung eines 24kernigen Azul-Systems bringen sollen. Eine vergleichbare Gruppe von GeneralPurpose-Servern könnte sogar gut ein paar Millionen Dollar kosten.

Auch ist es unwahrscheinlich, dass eine Gruppe von General Purpose Servern bei bestimmten Aufgaben an die Leistung des Azul-Systems heranreichen würde, egal wie diese auch zusammengeballt oder vernetzt wären.

Da stellt sich doch die Frage, wie viele Firmen ein vollständig skaliertes Azul-System haben möchten. Wahrscheinlich nicht allzu viele, aber es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen, die vielleicht gern eine kleinere Ausgabe hätten – sagen wir mit nur 10 Verbindungswegen der CPU-Kerne. Eine äquivalente General-Purpose-Alternative mit dem zweikernigen Intel- oder AMD-System und 4 GByte Speicher würde sich auf mehr als 100 Server belaufen und über eine Million Dollar kosten.