Fachverband schießt scharf gegen die Deutsche Telekom

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Die deutsche Kommunikationswirtschaft sieht den Wettbewerb am Breitbandmarkt gefährdet. Auslöser: die VDSL-Pläne des Branchen-Primus.

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) fürchtet um den Wettbewerb auf dem Breitbandmarkt. Die Anstrengungen der Deutschen Telekom im Rahmen des Glasfasernetz-Aufbaus (VDSL) wertet der Verband “als Versuch, den Breitbandwettbewerb auszubremsen”.

Breko beruft sich dabei auf ein Gutachten des Branchenexperten Professor Dr. Torsten J. Gerpott von der Universität Duisburg. Demnach liegt in den zehn deutschen Ausbaustädten gut ein Drittel des Kundenpotenzials für höhere Breitbandnutzung brach, weil die Länge der Kupferleitung von den Hauptverteilern der Telekom bis zu den Haushalten vielfach zu groß sei.

Neue Verteilerkästen und die Glasfasertechnik könnten diese Unzulänglichkeiten überbrücken. Laut Gerpott ist das ein starkes Indiz dafür, dass die Telekom mit der VDSL-Technik vor allem die Vermarktung von Diensten anstrebt, die grundsätzlich auch über das übliche ADSL 2+ realisierbar wären. Damit wäre die von der Telekom angestrebte Regulierungsfreiheit für das VDSL-Netz in Frage gestellt.

“In Wirklichkeit geht es der Telekom darum, vor den Wettbewerbern ein ungenutztes großes Akquisepotenzial auszuschöpfen”, kritisiert Breko-Präsident Peer Knauer. Die Telekom sei nicht an einer gemeinsamen Markterschließung interessiert und wolle durch die Freistellung von der Regulierung den Wettbewerb verhindern. (rm/dd)

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