Datenrettungs-Tools: Rescue Box 4.0 Personal Edition
Drei Datenretter auf einmal

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Der letzte Rettungsanker: Die Rescue-Box bietet gleich drei Tools, um Datenschätze zu restaurieren.

Testbericht

Datenrettungs-Tools: Rescue Box 4.0 Personal Edition

Geschrottete MP3-Sammlungen, korrupte Fotoarchive, versehentlich formatierte Festplatten die – Rescue Box liefert drei Tools (Unerase, Format Recovery, Disk Recovery), um Datenschätze zu restaurieren. Der erste Nachteil: Jedes Programm muss eigens installiert werden. Der Hersteller hat keine einheitliche Oberfläche vorgesehen, obwohl die Tools funktional aufeinander aufbauen. Im Paket der Version 4.0 liegen zwei CDs, eine davon bootet ein Windows-PE-Rettungssystem.

Jedes der drei Programme restauriert gelöschte Daten. Unerase spürt Files auf, die Sie aus dem Papierkorb gelöscht haben und glänzt dabei durch einfache Bedienung. Es versagt jedoch, nachdem im Test die Festplatte neu formatiert wird. Dafür springt Format Recovery in die Bresche. Die besondere Stärke des Programms: Auch wenn kein Dateisystem mehr auf dem Rechner vorhanden ist, rettet es Daten samt Namen und Struktur. Das Test-Ergebnis überzeugt aber nicht zu 100 Prozent: Das Tool findet auf einem von fünf USB-Sticks zwar insgesamt eine Menge Dateien, restauriert aber keine einzige vollständig. Tadellos repariert es im Test die anderen Sticks und Festplatten.


Disk-Recovery mit Raw-Scan

Datenrettungs-Tools: Rescue Box 4.0 Personal Edition

Das Königstool ist Disk Recovery, weil es sogar nach einer Neuinstallation des Betriebssystems alte Daten findet. Der Trick ist, dass das Tool auf den Rohdaten arbeitet und so kein Dateisystem braucht. Disk Recovery funktioniert auch, wenn Windows nicht mehr auf den Datenträger zugreifen kann. Unkomfortabel ist, dass sich mit der Personal Edition nur 100 Dateien pro Suchlauf restaurieren lassen – das kostet bei großen Foto- oder MP3-Sammlungen viel Zeit.

Außerdem hakelig: Die Dateinamen bleiben durch den RAW-Modus auf der Strecke, es werden nur Typen restauriert. Wer eine Festplatte mit 1000 Files löscht, findet dann nur eine durchnummerierte Dateiliste wieder. Einem physikalisch defekten Datenträger kann kein Tool Dateien entlocken. Ebenso wenig funktionieren die Tools mit sicher gelöschten Datenträgern (etwa mit Gutmann-Methode).


Testergebnis

Datenrettungs-Tools: Rescue Box 4.0 Personal Edition

Hersteller: O&O Software GmbH
Produktname: Rescue Box 4.0 Personal Edition

Internet: O&O Software GmbH Homepage
Preis: 100 Euro (Aktuelle Software im testticker.de-Softwareshop)

Das ist neu
– bootfähige Notfall-CD
– Format Recovery repariert Dateisystem
– Disk Recovery mit RAW-Scan

Systemvoraussetzungen
Betriebssysteme: Windows NT/2000/XP
Prozessor: Pentium III/400 MHz
Arbeitsspeicher: 256 Mbyte

Fazit
Die nützliche Toolsammlung kann der letzte Rettungsanker sein, ersetzt aber kein Backup. Eine einheitliche grafische Oberfläche fehlt.

Gesamtwertung: befriedigend
Ausstattung (40%): gut
Leistung (30%): gut
Bedienung (30%): ausreichend