Verbände schießen sich auf die EU-Fernsehrichtlinie ein

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Mit scharfen Tönen reihte sich gestern der Branchenverband Bitkom in die Reihe der Kritiker ein, die den Entwurf der EU-Kommission für eine neue Fernsehrichtlinie missbilligen.

Nachdem bereits Verbraucherschützer die Richtlinie, die eine Lockerung der Werberegeln vorsieht, kritisiert hatten, legt nun der Bitkom nach. Dort stört man sich vor allem an der geplanten Übertragung veralteter Fernsehregeln auf sämtliche audiovisuelle Medien. “Das ist nicht durchdacht und gefährdet einen sich erst entwickelnden Markt”, warnt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Der Branchenverband beklagt zudem, dass die Liberalisierungsmaßnahmen der Werbezeitvorgaben nicht weit genug gehen. Die Industrie wünsche sich eine komplette Abschaffung der Werbezeitbeschränkung, die anfänglich von der EU auch geplant gewesen sei. Hier klaffen die Meinungen der Kritiker auseinander, da die Verbraucherschutzverbände in der Werbelockerung eine Gefahr für unabhängige Informationen sehen.

Lächerlich findet der Branchenverband auch die Absicht der EU, vorschreiben zu wollen, dass im Internet genügend europäische Inhalte zugänglich sind. “Es ist kaum ein Bereich vorstellbar, in dem es absurder wäre, kulturelle Vielfalt durch ein staatliches Dekret verordnen zu wollen”, ätzt Bernhard Rohleder. (rm/dd)

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