Live-Fernsehen für Handys
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Handy-TV wird Realität: Debitel startet Live-Fernsehen für Mobiltelefone und führt dabei einen neuen Standard ein.

Debitel startet Handy-TV-Programm

Live-Fernsehen für Handys

War bisher nur Vodafone mit seinem »Live-TV« genannten UMTS-Angebot am Markt vertreten (www.vodafone.de/live/portal/index.html), macht die sonst nur als Serviceprovider bekannte Firma Debitel dem Netzbetreiber jetzt Konkurrenz: Ende Mai will Debitel ein eigenes Handy-TV-Programm starten.
Im Gegensatz zum zwar Live-TV genannten, de facto aber aus der Konserve gesendeten Vodafone-Service, bietet Debitel echtes Live-Fernsehen. Zumindest das Nachrichtenprogramm von N24 soll zeitgleich mit dem herkömmlichen N24-Angebot als Vollprogramm auf Handys wie Samsungs SGH-P900 (Preis: 200 Euro bei Abschluss eines neuen Handyvertrags) geschickt werden.

Zudem wird es zum Start des wahrscheinlich rund zehn Euro pro Monat teuren Services noch einen Comedy-Mix aus Pro-Sieben/Sat1-Sendungen und Musikclips von MTV geben. Diese beiden Kanäle werden wie auch das Vodafone-TV nicht live ausgestrahlt, sondern offline aus dem Vollprogramm zusammengestellt und dann in einer Schleife gesendet.


Fußball-WM auf dem Handy?

Live-Fernsehen für Handys

Geplant ist auch, das ZDF-Vollprogramm anzubieten. Die endgültige Vereinbarung zwischen dem Sender und Debitel steht aber noch aus. Der Grund ist die in letzter Zeit immer und überall zitierte Fußball-Weltmeisterschaft.

Da das ZDF zusammen mit der ARD die WM-Fußballspiele ausstrahlen darf, würden die Matches dann auch in den Handy-Dienst eingespeist.Momentan ist aber unklar, ob der Lizenvertrag zwischen der FIFA und dem ZDF diese Form der Ausstrahlung zulässt.

Nach Ende der Fußball-Weltmeisterschaft sollte dem Handy-Empfang des ZDF-Programmes aber nichts mehr entgegenstehen.Wann Debitel beziehungsweise dessen technischer Dienstleister MFD (Mobilfernsehen Deutschland) welche weiteren Kanäle ausstrahlt, ist momentan auch noch unklar.


Besser als UMTS

Live-Fernsehen für Handys

Das Geheimnis hinter dem echten Live-Vollprogramm ist der Übertragungsstandard: Debitel setzt hier auf DMB (Digital Multimedia Broadcast). DMB ist wie auch DVB-H für den mobilen Einsatz optimiert und kennt anders als UMTS keine Bandbreitenprobleme: Egal, wie viele DMB-Handys auf Empfang sind, die Bildqualität bleibt immer gleich. Außerdem ist es als Rundfunk- und nicht als Mobilfunktechnik konzipiert, so dass Live-Ausstrahlungen eine Grundfunktion sind.

Debitel nutzt eine Datenrate von 1 Megabit pro Sekunde für alle Kanäle. Das reicht aus, um jeden Kanal in einer besseren Qualität aufs DMB-Handy zu schicken, als es der Vodafone-UMTS-Stream im Moment kann. Vodafone bietet dafür aber dreimal so viele Kanäle.