Keine Zukunft für Technikfeinde
Mausert sich die IT endlich zum Modeschlager?

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In einer Zeit, da sich drahtlose Netzwerke und Internet-Domains im Radio und im Fernsehen tummeln, steigt die IT – sehr zu Recht – zu einem der Themen auf, über die es zu berichten lohnt. Die “bösen” Themen aus der Dotcom-Zeit lauern aber noch in den Köpfen.

Plötzliches

Medien-Interesse

Keine Zukunft für Technikfeinde

Haben Sie bemerkt, wie Fernsehsender ganz urplötzlich angefangen haben, ein Interesse an Stories über Technologie zu bekunden? In England besonders auffällig bei der BBC, in Deutschland beim ZDF.

So wurde neulich in BBC gleich zweimal vor kurzem in den Zehn-Uhr-Nachrichten über – ganz offensichtlich nach dem Zufälligkeitsprinzip ausgewählte – IT-bezogene Themen berichtet, ohne dass es dafür einen aktuellen Aufhänger gab.

In einem Beitrag ging es um WiFi, der nach dem Motto ‘Hi, hast du auch schon von dem tollen Ding gehört, dass WiFi heißt?’ moderiert wurde und bei dem anderen ums Blogging. Es wurde die Frage gestellt: Sind Blogs die Zukunft der Literatur? (BBC müsste allerdings erst einmal fragen, ob Blogs die Zukunft des Journalismus sind?)


Neuer Trend zu Computerthemen

Keine Zukunft für Technikfeinde

Immer häufiger werden Computerzeitschriften zu Radiosendern eingeladen, etwa um über die Einführung der neuen .eu-Domains diskutieren – und nicht mehr nur über Viren oder Phishing.

Eine neue Internet -Domain im Mittagsprogramm – warum nicht? Und das auch noch unmittelbar nach einer Diskussionsrunde über die Vogelgrippe!

Es scheint, als wäre all dies ein Anzeichen für einen weitergehenden Trend. Kürzlich erzählte ein BBC-Reporter Computing, dass von “Oben” die Anweisung gekommen wäre, der Radiosender solle mehr Stories über Technologie bringen.

Die Krönung aber war, dass darauf hingewirkt werden soll, die IT nicht mehr als kompliziert und hochtechnisch zu präsentieren. Es kursieren Gerüchte, dass das englische Wort “Geek” (also Computerfreak, bisher eher in leicht abwertendem Sinne) aus dem Äther verbannt wurde.


Gute Themen, Schlechte Themen

Keine Zukunft für Technikfeinde

Man mag sich fragen, ob BBC-Beiträge sich in irgendeiner Weise auf das Trendbewusstsein auswirken, aber es ist mit Sicherheit ein willkommener Wandel. Es bleibt abzuwarten ob die anderen großen Sender diesem Beispiel folgen. Deutsche Fernseher bringen immer noch vor allem die “bösen” Themen wie Virenepidemien – aber zunehmend Gesellschftsgeschichten um Hightech, etwa Mode mit Technik-Gadgets.

Seit der dot.com-Pleite, als Fernsehproduzenten es müde wurden, Computerthemen auf die Tagesordnung zu bringen, beschränkte sich die Berichterstattung über Technologie hauptsächlich auf Inhalte, die etwas mit Google, iPods, Viren oder Unbillen, die Microsoft zugestoßen sind, zu tun hatten. Alles, was darüber hinausging, wurde für die Zuschauer oder -hörer als entweder uninteressant oder unverständlich eingestuft.

Aber die immer mehr zunehmende Allgegenwärtigkeit von digitalen Downloads, Breitband, Mobiltelefonen, MP3-Playern und so weiter signalisiert eine wachsende Begeisterung für die Technologie unter der “alles entscheidenden” Zielgruppe der
16 – bis 35jährigen, deren Aufmerksamkeit jeder Sender ergattern möchte – wegen der Werbegelder.


Wechsel der IT-Dogmen

Keine Zukunft für Technikfeinde

Wenn in England die BBC eine Reihe landesweiter Berichterstattungen über die IT ins Rollen bringt, so bedeutet das für jeden in der Industrie eine gute Nachricht – ein Wechsel der “Digital-Dogmen” täte auch anderen Ländern gut. Denn wir müssen Wege finden, die Technophobie zu überwinden, die in der Vergangenheit so viele Leute von der Technik ferngehalten hat. Wir müssen die IT zum Bestandteil unseres täglichen Lebens machen, genauso wie Fernsehen, Radio oder Hi-Fi.

Wenn wir Glück haben, wird man – wenn man in ein paar Jahren auf einer Party nach dem Job gefragt wird und antwortet, dass man im IT-Bereich arbeitet – tatsächlich auf die Reaktion stoßen: “Wow, das ist echt cool!” – und nicht mehr gebeten, den Drucker irgendwelcher Leute zu reparieren.