Webinhalte in 3D
Die Welt ist eine Kugel

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Aktuelle 3D-Browser wie SphereXPlorer oder uBrowser versprechen ein Surferlebnis in der dritten Dimension. Doch noch bleibt das Erlebte meist Spielerei.

Dreidimensionalität im Web

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Chemiker analysieren Moleküle mit plastischen Modellen, Architekten machen Gebäude durch 3D-Simulationen virtuell begehbar.

Das World Wide Web und Browser-Oberflächen stellten sich bislang nur zweidimensional dar, doch das soll sich ändern. Etwa mit dem uBrowser: Er projiziert eine Webseite auf eine Ebene, die der User beliebig drehen, kippen oder verschieben kann. Etwas unübersichtlich wird es, wenn auf einen Würfel, eine Kugel oder eine wehende Flagge projiziert wird.


Surfen in der hohlen Kugel

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Auch SphereXPlorer setzt auf eine dreidimensionale Arbeitsfläche. Der Benutzer sieht vom Zentrum einer gedachten Kugel auf die Webseiten, die er um sich herum anordnen kann. Mit der Maus verändert der Anwender den Blickwinkel oder zoomt näher an eine Seite heran. Die Beta-Version für Windows XP setzt Microsofts .NET-Framework und den Internet Explorer voraus. Vom gleichen Autor stammt auch das Programm 3D-Desktop SphereXP für Windows, das Programme und Icons ebenfalls dreidimensional anordnet.

Etwas anders arbeitet der CubicEye Viewer. Er stellt sechs Webseiten gleichzeitig an den Innenwänden eines aufgeschnittenen, drehbaren Würfels dar. Eine Zoomfunktion erlaubt es, virtuell näher an die Wände heranzutreten. Die letzte Version 1.2 datiert allerdings aus dem Jahre 2001 und ist nicht mehr öffentlich als Download verfügbar.


Verknüpfte Webseiten

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Der japanische Space Browser (www.ntts.co.jp/products/ spacebrowser) hingegen stellt Verknüpfungen zwischen Webseiten als dreidimensionales Modell dar. Die Demo eines Weinhändlers zeigt seine angebotenen Tropfen sortiert in einer 3D-Matrix an. Werden alle Seiten vorab in den Speicher geladen, kann ein leistungsfähiges Kiosksystem aufgebaut werden. Space Browser basiert auf dem Internet Explorer und läuft unter Windows 2000 und XP. Erhältlich ist er bereits für japanische Großkunden für rund 20 000 Euro zusammen mit einem Content-Management-System.

Alle vorgestellten Programmen sind interessante Ansätze, gekonnt und optisch ansprechend umgesetzt. Auf Dauer macht das Surfen mit Firefox & Co. aber mehr Spaß. Mit dem Voranschreiten der Technik, dreidimensionalen Eingabegeräten und hohen Bildschirmdiagonalen könnten 3D-Browser jedoch irgendwann auch Einzug ins Wohnzimmer halten.