Bedienerfreundlichkeit geht vor
Mobiles Computing lebt von der Nutzerfreundlichkeit der Handhelds

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Die Einfachheit von Palms ursprünglichem PDA zeigt, wie Gerätehersteller auch jetzt das Leben ihrer Kunden erleichtern könnten. Die Geschichte der Flops zeigt, wie man es NICHT machen sollte.

Das Geheimnis des Palm Pilot

Bedienerfreundlichkeit geht vor

Im letzten Monat beging Palm den 10. Jahrestag seines ersten PDAs, des Pilot 1000. Mit den Jahren hat sich die Technologie bei den Handhelds so sehr verändert, dass es den Anschein hat, es wäre ein wesentlich größerer Zeitraum vergangen, seit dieses simple Gerät mit seinem 128-KByte-Speicher erstmals auf dem Markt erschienen ist.

Obwohl der Palm Pilot nicht der erste Handheld-Computer gewesen ist, konnte er die Aufmerksamkeit der Käufer auf sich ziehen (besonders in den USA), weil er eine nützliche Kombination verschiedener Features zu einem vernünftigen Preis bot. Können die heutigen Gerätehersteller daraus heute etwas lernen?


Newton und Psion: Geplatzte Träume

Bedienerfreundlichkeit geht vor

Vor dem Palm gab es unter anderem den – unter einem schlechten Stern stehenden – Newton von Apple und den britischen Psion Organiser. Diese waren in vielen Aspekten höher entwickelt als die ersten Palms; der Newton bot vollständige Erkennung von Handschriften und die Serie Psion3 konnte sich rühmen, über eine Tastatur, ein Textverarbeitungssystem, eine Datenbank und ein Tabellenkalkulationsprogramm zu verfügen.

Aber der Newton litt an einem zu ehrgeizigen Anspruch – in den ersten Modellen erwies sich die Funktion für die Erkennung von Handschriften als nutzlos. Während die Psion-Modelle vor allem in England Anklang fanden – und in Deutschland nur eine kleine Fangemeinde erreichten -, konnten sie mit den Konkurrenten nicht Schritt halten. Psion hat die Entwicklung schließlich eingestellt.


Zum Aussterben verurteilt

Bedienerfreundlichkeit geht vor

Im Nachhinein scheint es, als habe Palm auf das richtige Pferd gesetzt, indem das Unternehmen Geräte herstellte, die nur ein paar einfache Aufgaben, aber die sehr gut erledigten.

Die frühen Modelle waren gerade mal elektronische Organiser und hatten eine einfache Eingabe mit einem Stift.

Ironischerweise, musste Palm die Erfahrung machen, dass die Verkäufe seiner Handhelds in den letzten Jahren gesunken sind. Aus einer Reihe von Gründen hat das Unternehmen es nicht geschafft, mit den Konkurrenten auf gleicher Höhe zu bleiben. Insbesondere das Betriebssystem, mit dem seine Geräte laufen, muss ganz klar in einem Raum-Zeit-Loch verschwunden sein.

Heutzutage wird der traditionelle Palm in rasantem Tempo immer mehr zu einer vom Aussterben bedrohten Art.


Zu viel Schnickschnack in modernen Geräten?

Bedienerfreundlichkeit geht vor

Viele Telefon-Handsets speichern ganz elegant Kontakt- und Kalenderdaten, während die teureren Smartphones mit der Firmen-E-Mail verknüpft werden können und den Mitarbeitern sogar die Möglichkeit bieten, sich Arbeitsunterlagen anzusehen, die als Anhang mitgeschickt werden.

Haben diese neuen hochgezüchteten technischen Spielereien aber vielleicht auch Nachteile? Eine wichtige Lektion, die uns der ursprüngliche Palm mit auf den Weg geben kann, ist, dass Benutzerfreundlichkeit genau so wichtig ist wie Funktionalität. Viele der neuesten Modelle sind aber Anlass zu schriftlichen Ergüssen frustrierter Nutzer geworden – teilweise sogar mit neuen Telefonen, die doch eigentlich nur der Kommunikation dienen sollten.

Bei all den neumodischen Features und Kommunikations- Optionen ist ein innovatives Nutzerinterface mehr denn je unabdingbar. Sowohl die Plattformen von Microsoft als auch Symbian weisen Nachteile auf, weil ihre Software auf so vielen Geräten laufen muss, dass sie einfach keine Konsistenz durchsetzen können.

Aber Ach…, Palm scheint nicht in der Lage zu sein, das für sich auszunutzen – sein Betriebssystem wurde schon vor Jahren ausgegliedert und gehört jetzt einem anderen Unternehmen.