Mobile Navigationssysteme
Straßenfeger

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Schnell ankommen war noch nie einfacher. Aktuelle Navigationssysteme für Handy, PDA und PND führen ohne Umwege ans Ziel und sind kinderleicht zu bedienen.

Navis für PDA, Handy und PND

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Strömender Regen, Rushhour, irgendwo in einer deutschen Großstadt. Sie sitzen im Auto auf dem Weg zu einem Geschäftstermin. Sie sind spät dran. Trotzdem bleiben Sie cool, denn die freundliche Stimme Ihres Navigationssystems lotst Sie präzise durchs Verkehrschaos und an Staus vorbei. Diese Qualität gibt es noch nicht lange. Noch vor einem Jahr waren viele Navigationssysteme umständlich in der Installation und auch im mobilen Alltag nicht gerade bedienerfreundlich. Auf den folgenden Seiten finden Sie eine Übersicht über alle Navi-Systeme und erfahren, welche Vor- und Nachteile sie jeweils haben.

Im Wesentlichen unterscheidet man drei Systeme: Navis auf der Basis von Pocket PCs oder Palm-Handhelds, Mobiltelefone mit Navi-Ausstattung (Software und GPS-Empfänger) und schließlich die so genannten PNDs (Personal Navigation Devices). Diese vereinen die Hardware samt GPS-Empfänger mit vorinstallierter Software und Kartenmaterial in einem kompakten Gehäuse. Der kleinste und mit 150 Gramm leichteste Vertreter, das nüvi von Garmin, ist zugleich das leistungsstärkste Gerät und kann im Praxis-Test von PCpro auf ganzer Linie überzeugen.


Software portiert und angepasst

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Bietet ein Hersteller wie etwa Tomtom oder Gate5 eine Lösung für verschiedene Plattformen, ist die Software in Bedienung, Routenberechnung und Sprachführung sehr ähnlich. Unterschiede ergeben sich lediglich aus dem Formfaktor des Geräts. So hat ein Handy ein kleineres Display und auch die Eingabe des Fahrtziels ist schwieriger als bei einem PDA oder PND, bei dem über den großen Touchscreen mit zumeist alphanumerischer Tastatur die Wahl viel einfacher ist. Die leistungsfähigen Pocket PCs rechnen in der Regel schnell. Die Inbetriebnahme des GPS-Empfängers ist jedoch kompliziert und für Laien nicht empfehlenswert.

Handy-Lösungen haben den Vorteil, dass man ein Telefon sowieso immer bei sich hat und auch die Kfz-Halterung und -Freisprechanlage oft schon vorhanden ist. Die Displays sind mittlerweile so gut, dass sie selbst dreidimensionale Straßenverläufe deutlich abbilden. Der Nachteil von Mobiltelefonen ist, dass es viele unterschiedliche Betriebssystem- und Modellvarianten gibt. Welche Handys tatsächlich unterstützt werden, finden Sie auf den Webseiten der Navi-Hersteller.


Registrierungswahn

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Mussten vor zwei Jahren noch alle Navigationslösungen mit mehr oder weniger komplizierten Freischaltmechanismen aktiviert werden, gibt es heute nur noch bei Tomtom und vor allem bei Navigon ein Aktivierungsverfahren. Der Anwender kann die Software erst nutzen, wenn sie individuell für das installierte Gerät übers Internet freigeschaltet wurde.

Ein Fehler bei der Registrierung, eine Neuinstallation oder ein Wechsel des PDAs oder Handys führen dazu, dass Diskussionen mit der Hotline nötig sind, bis die Software wieder zur Verfügung steht. Bei Navigon geht die Angst vor illegalen Kopien sogar so weit, dass selbst der proprietäre PND Transonic 5000 vor der Nutzung erst am PC freigeschaltet werden muss. Alle anderen PNDs können Sie direkt nach dem Auspacken in Betrieb nehmen.


Garmin: einfach und durchdacht

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Während bei der Einsteigervariante i3 nur das Kartenmaterial von Deutschland und Tschechien vorinstalliert ist, befindet sich im internen Speicher des c340 und des nüvi 350 bereits das Routingmaterial von 20 Ländern Westeuropas. Der i3 verfügt über eine Anzeige in Größe eines Handydisplays. Die Eingabe wird über ein Drehrad vorgenommen, was in der Praxis erstaunlich gut funktioniert. Demgegenüber werden die beiden anderen Garmin-PNDs über ein berührungssensitives Display gesteuert. Obwohl die Oberfläche aufgeräumt und fast schon minimalistisch aussieht, ist die Bedienung sehr intuitiv und bietet sämtliche denkbaren Zieleingabevarianten.

Das Besondere an beiden Systemen ist, dass die Richtungsansage mit einer Text-to-Speech-Engine vorgelesen wird. Anweisungen wie »Biegen Sie in 230 Metern rechts in die Dachauer Straße Richtung Karlsfeld ab« sind kaum von denen eines echten Beifahrers zu unterscheiden. Vorteil in der Praxis: Wer dem Navi nicht vertraut, kann so selbst den Straßennamen prüfen.

Positiv:
exzellente Sprachführung
gut durchdachte Darstellung
simple Bedienung


Navigon mit Profi-Funktionen

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Ist die recht schwierige Hürde der Aktivierung genommen, zeigt sich die Navigon-Software sehr praxisorientiert und leicht bedienbar. Die Sprachanweisungen sind überdurchschnittlich gut. Sie beziehen Bundesstraßen- und Autobahnnummern in die Ansage ein und werden lediglich von der natürlichsprachlichen Text-to-Speech-Funktion der Garmins übertroffen.

Besonders erwähnenswert ist die TMC-Unterstützung (Traffic Message Channel), mit der beim Transonic PND und bei der Handy-Variante Stauinformationen über die Nachrichtensender abgerufen und in die Strecke eingebaut werden. Die Informationen sind kostenlos. Diese Möglichkeit besteht beim Pocket Loox N500 nicht. Allerdings gibt es im Navigon-Shop auch Bluetooth-GPS-Adapter mit eingebautem TMC-Modul für PPCs.

Positiv:
großer Funktionsumfang
kostenloser Verkehrsservice

Negativ:
komplizierte Aktivierung


Smart2go für alle Plattformen

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Die Ortsauswahl ist sehr verwirrend. Zum einen dauert es zwischen der Suchanfrage und der Trefferliste bis zu 30 Sekunden. Auch die Zielwahl ist keineswegs intuitiv. So bringt die Suche nach Frankfurt zahlreiche unterschiedliche Treffer für die Mainmetropole, wobei nur ein Ergebnis tatsächlich das gesamte Straßennetz enthält. Hier wird die richtige Auswahl zum Glückstreffer.

Die Anweisungen per Sprachausgabe beschränken sich auf das Nötigste, leiten aber in den meisten Fällen auch ohne Blick aufs Display zum Ziel. Sowohl die zweidimensionale als auch die dreidimensionale Darstellung der Strecke ist gelungen. Leider merkt sich Smart2go die gewählte Einstellung nicht, und so muss der Benutzer das Programm bei jedem Start wieder an seine Wünsche anpassen.

Während sich die Versionen für Pocket PC und Palm kaum unterscheiden, ist die Handy-Variante funktional stark reduziert. Hier fehlt die dreidimensionale Darstellung gänzlich und auch auf die Routenplanung hat der Hersteller verzichtet. Angenehm bei Smart2go ist, dass die SD-Karte auf allen drei Plattformen gleichzeitig verwendbar ist.

Positiv:
ein Produkt für Palm
PPC und Handy
leichte Inbetriebnahme

Negativ:
verwirrende Zielauswahl


Destinator ist zu kompliziert

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Die Bedienung sämtlicher Destinator-Varianten ist oft unlogisch und umständlich. Bei der Anzeige versucht Destinator so viele Informationen wie möglich im Display unterzubringen. In Kombination mit der nur mäßigen Straßendarstellung ist dies der Navigation eindeutig abträglich.

Allen drei Varianten ist gemein, dass die Anweisungen per Sprachausgabe sehr geschwätzig sind. Bei der Navigation wird eine abknickende Vorfahrtstraße ebenso kommentiert wie ein Schlenker in der Fahrbahn. Fehlt einmal der GPS-Empfang, quittiert dies das Programm durch die fortwährende Warnung »GPS Signal zu schwach, überprüfen Sie die Antenne!
«. Auf Dauer nervt diese ständige unnötige Berieselung.

Negativ:
komplizierte Bedienung
unnötig viele Sprachanweisunge


Tomtom auch für Einsteiger

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Die Software des niederländischen Herstellers Tomtom war seit Beginn der mobilen Navigation wegweisend in puncto Bedienerfreundlichkeit. Mit der intuitiven Oberfläche können auch Laien schnell umgehen. Dem steht nur im Wege, dass sowohl die Handy-Variante als auch die PDA-Versionen aktiviert werden müssen. Die Oberfläche stellt sich schnell auf den Benutzer ein und merkt sich bereits ausgewählte Orte und Straßen.

Beim Handy haben die Entwickler darauf geachtet, dass die gerätebedingte Beschränkung in der Bedienung, etwa durch das Fehlen eines Touchscreens, durch eine intelligente Belegung der Tasten wettgemacht wird. Die Kartendarstellungen und die dreidimensionale Routenansicht sind ebenso wie die Sprachführung überdurchschnittlich. Alle vier Tomtom-Varianten können über einen kostenpflichtigen Service für das Umfahren von Staus fit gemacht werden. Das setzt allerdings eine GPRS-Verbindung voraus.

Positiv:
intuitive Bedienung,
klare Navigationsdarstellung

Negativ:
Verkehrsservice kostenpflichtig


Via Michelin mit Macken

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Via Michelin bietet die gleiche Software für Palm-Organizer, Pocket PCs und in Form eines PNDs. Voraussetzung für den Einsatz auf den PDAs ist die Installation der Software, die im Test sowohl beim Pocket PC als auch beim Palm zu Problemen führt und zahlreiche ActiveSync- beziehungsweise HotSync-Vorgänge erfordert. Der Kartenexport ist langwierig und umständlich. Ist diese Hürde genommen, oder haben Sie sich für den vorinstallierten PND entschieden, lässt die Software nur wenige Wünsche offen. Sprachführung und Anzeige sind guter Durchschnitt.

Besonders erwähnenswert ist der POI-Warner (Point of Interest). Fährt man an POIs vorbei, etwa einem Museum oder einem Hotel, gibt Via Michelin einen akustischen Hinweis aus. Das bezieht sich auf die Standard-POIs von Teleatlas ebenso wie auf die Einträge aus dem enthaltenen Grünen Reiseführer des Guide Michelin.

Positiv:
Points of Interest (POI) Warner,
Reiseinfos des Grünen Michelinführers

Negativ:
unausgegorene PC-Installation
Navigationsstart erst in Bewegung


Magellan: Mehr als ein Navi

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Wie Garmin ist auch Magellan primär aus dem nautischen Navigationsbereich bekannt. Das RoadMate 800 ist ungewöhnlich schwer. Der Grund hierfür ist, dass das Gerät mit einer 20-GByte-Festplatte ausgestattet ist, auf der sich einerseits das Kartenmaterial von Westeuropa befindet und andererseits genügend Platz für Bilder und Musik verbleibt. Denn das RoadMate dient zusätzlich auch als Bildbetrachter und MP3-Player.

Die Bedienung der Navigation ist gewöhnungsbedürftig. Das liegt zum einen an den englischsprachigen Tasten und andererseits an der verworrenen Bedienoberfläche. Die Zielführung ist nicht ausgereift. So ist die Sprachausgabe abgehackt. Die Fahrbahn ist in der Darstellung eckig und durch die rosa Färbung nicht sonderlich realitätsnah.

Positiv:
viel Speicherplatz für Fotos und Filme

Negativ:
schlechte Streckendarstellung
holprige Sprachausgabe


Navman ist kompliziert

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Navman verfügt zwar auch über PDA-Versionen, konzentriert sich aber ganz auf das PND-Geschäft. Wie auch das RoadMate von Magellan ist das Navman PND mit 260 Gramm recht schwer. Die Darstellung ist verwirrend detailreich. Insbesondere die Beschriftung sämtlicher Nebenstraßen abseits der Fahrtroute macht die Anzeige unübersichtlich.

Die Oberfläche der Software ist schnörkellos, die Bedienung bietet keine kontextsensitive Unterstützung und ist deshalb weniger hilfreich als bei Tomtom. Die Fahranweisungen sind in Ordnung, ersparen aber nicht den gelegentlichen Blick aufs Display.

Positiv:
viel Zubehör (Fernbedienung, Etui)

Negativ:
überfrachtete Darstellung
komplizierte Bedienung


Yakumo führt umständlich zum Ziel

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Beim Yakumo EazyGo handelt es sich um einen speziell präparierten Pocket PC mit integrierter Navigationslösung. Diese ist eine angepasste OEM-Variante der Navigationssoftware Smart2go mit allen oben genannten Stärken und Schwächen.

Hervorzuheben ist beim Yakumo-PND der gute GPS-Empfänger, den auch bedampfte PKW-Scheiben nicht in Verlegenheit bringen. Zudem machen die sinnvoll belegten Hardware-Knöpfe viele Bedienungsschwächen von Smart2go wieder wett. Wegen des günstigen Preises sollte im Zweifelsfall die Wahl auf den besser ausgestatteten Yakumo fallen.

Positiv:
günstiger Preis
integrierter Fotobetrachter

Negativ:
umständliche Zielauswahl


Digi Map für Palm-Fans

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Digi Map gehört zum Urgestein der Navigationslösungen auf Palm-Basis. Vormals von der Oberfläche her eine typische Palm-Anwendung, versucht die aktuelle Version den Spagat zwischen dem Look and Feel des Palm und einer grafisch orientierten Anwendung, was nicht immer funktioniert. Die Anwendung unterstützt die hochauflösende Grafik der neueren Palm-Generationen und stellt die Route in zweidimensionale Kartendarstellungen oder mit dreidimensionalem Horizont ästhetisch dar. Die Sprachanweisungen sind einfach, aber klar verständlich.

Bei der Zieleingabe haben sich die Entwickler etwas Neues einfallen lassen. Mit dem vom Handy bekannten T9-Eingabeverfahren können auf einem ansprechend großen Tastenfeld Ort und Straße gewählt werden. Negativ fällt auf, dass wie bei Smart2go manche Orte mehrfach vorhanden sind.

Positiv:
gut gelöstes Plug & Play am Palm
praxisorientierte Bedienung

Negativ:
inkonsistente Oberfläche


Route 66 mit cleveren Funktionen

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Sehr praxisorientiert präsentiert sich die Mobiltelefon-Variante von Route 66. Besonders gelungen ist die Zielauswahl, bei der der Benutzer nur Teile der Adresse eingeben muss. So reicht für das Terminal 2 des Flughafens München die Eingabe »Flug mun term 2«. Man muss hier nicht wissen, dass sich dieser POI in Hallbergmoos und nicht in München selbst befindet.

Die Routenführung ist klar und mit Zusatzinformationen versehen. Lediglich der »Feldwebel-Ton« in der Stimme der Sprachausgabe ist etwas unangenehm. Die Darstellung ist gut gelungen und übersichtlich. Über einen kostenlosen GPRS-Service bindet Route 66 aktuelle Verkehrsinfos in die Berechnung ein und passt bei Bedarf die Routenführung an.

Positiv:
intelligente Adress- und Zielsuche
gute Anzeige der Route

Negativ:
militärischer Befehlston


Wayfinder und Activepilot

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Bei den beiden Handy-Varianten Wayfinder und Activepilot handelt es sich um so genannte Offboard
-Lösungen. Hierbei wird Start- und Zieladresse via GPRS an einen Internetserver geschickt und von diesem berechnet. Die einzelnen Streckenabschnitte gelangen dann ebenfalls online aufs Handy.

Der Vorteil ist, dass keinerlei Speicherkarten benötigt werden und sowohl die Anwendungen als auch das Kartenmaterial immer auf dem neuesten Stand sind. Nachteile sind die umständliche Zieleingabe und die schlechten Reaktionszeiten, wenn die Route versehentlich verlassen wird. Zudem fallen erhebliche Kosten an. Wer eine solche Lösung ohne GPRS-Flatrate nutzt, kann durchaus einmal bis zu 100 Euro Onlinegebühren pro Monat berechnet bekommen. Hinzu kommt, dass die Anzeige bei beiden Systemen nur nur mit Pfeildarstellung möglich ist.

Eine Kartendarstellung ist zwar grundsätzlich vorhanden, aber in der Praxis, insbesondere in Situationen, die eine schnelle Reaktion erfordern, nicht praktikabel. Überland sollte man zudem darauf achten, nicht vom Weg abzukommen. Geschieht das in einem GPRS-Funkloch, kann die Navigation nicht wieder auf den rechten Weg zurückhelfen.

Sinnvoll sind beide Systeme nur, weil sie eine große Handy-Basis unterstützen und der Anwender sich kein neues Mobiltelefon zulegen muss. Tipp: Für den gelegentlichen Einsatz besonders interessant ist Activepilot, weil hier auch pro navigierter Strecke abgerechnet werden kann.

Positiv:
stets aktuelle Kartendaten
unterstützt viele Handy-Varianten

Negativ:
umständliche Bedienung