Social Networking steigert Umsatz
Web 2.0 erobert den Mainstream

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MySpace.com hat die Gruppe Gnarls Barkley, die ihre Musik nur im Internet anbietet, an die Spitze der britischen Charts gebracht – was beweist, dass Web 2.0 auf dem Vormarsch ist. Können Unternehmer von den Tugenden des “neuen” Webs profitieren?

Platz 1 durch soziales Networking

Social Networking steigert Umsatz

Die Popgruppe Gnarls Barkley hat in den britischen Single-Charts mit ihrem Song “Crazy” den Sprung auf Platz eins geschafft, allein durch Verkauf per Download aus dem Internet. Das war der “Knüller” von März 2006, aber hatte für die meisten Unternehmensbereiche außerhalb der Musikindustrie nur marginale Bedeutung. Stimmts? Vielleicht – vielleicht aber auch nicht!

Bei der Geschichte geht es genau so um Marketing wie um den Niedergang der CD. Der Erfolg von Crazy ist mit der Präsenz der Band auf dem Scial Networking-Dienst MySpace.com verknüpft – was derzeit die am zweithäufigsten besuchte Seite im Web ist – was natürlich einigen speziellen Maßnahmen zu danken ist. Von der Rupert Murdoch News Corporation im vorigen Jahr aufgekauft, ist MySpace eine Netzwerkseite, die heute tief im sozialen Leben con Millionen junger Leute verankert ist.

Es ist ein klassisches “Web2”: 100 Prozent server-basiert, mit Features wie einem simplen Web-Authoring und Blogging, einem gemeinsam benutzbaren Kalender, Web-Email, Gruppen, Foren und einem Fokus auf unabhängige Musik. Die Nummer Eins von Gnarls Barkley zeigt, in welchem Maße solche Seiten sowohl wirtschaftlich als auch sozial von Bedeutung sind.


Implikationen von Web 2.0

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Der Medienrummel um Web 2.0 fühlt sich noch immer wie eine Seifenblase für eine kleine Minderheit von Internet-Besessenen an, aber von keinerlei Signifikanz für das Durchschnittsgeschäft. Diese Behauptung habe ich dem Web 2.0 Guru und Verleger Tim O´Reilly mitgeteilt, dem Mann der diesen Begriff zuerst populär gemacht hat.

Er bestand darauf, dass diese Ansicht falsch sei. “Das Internet und das Phänomen dessen Nutzung als soziale Plattform sind vor allem Voraussagen von ‘searly adopters’, also technikbegisterten”, sagte er. Wie beeinflusst es nun das Geschäftsleben? “Schauen wir uns doch beispielsweise eBay an. Für viele Unternehmensbereiche wird es bereits zu einer neuen Konkurrenz. Und der Markt für gebrauchte Bücher bei Amazon verändert wahrscheinlich die Landschaft mehr als elektronische Veröffentlichungen.”

O´Reilly meint, dass sich der Trend auf die Produktion von Gütern ausweitet. “Man wird in der Lage sein, Lieferketten wie Legobausteine zusammenzusetzen und dies auf einer wesentlich niedrigeren Ebene zu realisieren. Es würde mich nur wenig überraschen, wenn wir nicht bei einem eBay für die Herstellung landen, wo die Menschen Nachfrage und Angebot über das Internet abgleichen.” Online-Märkte für Geschäftspartnerschaften gibt es schon – warum nicht auch für die Dienstleistungen?


Meinungen statt Vorgekautes

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Ein weiteres Gebiet ist der vergleichende Einkauf. “Es gibt ein ganzes Bündel von Forschungsprojekten, in denen man z.B. sein Fotohandy auf den Barcode eines Produkts richten kann und damit Informationen über die Bewertung anderer Verbraucher einholen kann. Die Demokratisierung von Informationen ermöglicht den Erwerb von Informationen über Produkte und die Feststellung, ob es zu einem guten Preis angeboten wird oder nicht. Das wird auch Auswirkungen auf jeden Einzelhändler haben.”

O´Reilly hat recht: Web 2.0 wird noch viele Umwälzungen zur Folge haben. Eine davon ist ziemlich offensichtlich, nämlich dass das Web zur primären Informationsquelle und zum bevorzugten Mittel für Geschäftsabwicklungen wird, insbesondere unter den jungen Leuten des MySpace-Zeitalters. Diese Kultur werden sie dann in ihr späteres Berufsleben übernehmen.


“Zweinullen” Sie auch bald?

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Angesichts dieser Entwicklung ist es überraschend, wie viele Unternehmen ihren Webauftritt als nicht als viel mehr als eine Online-Broschüre behandeln, mit einer Telefonnummer oder einem Kontaktformular für Kaufinteressenten.

Ein weiterer Aspekt ist die Interaktivität oder das, was O´Reilly als die “Nutzung kollektiver Intelligenz” bezeichnet. Die freie Progammiersprache PHP, vor allem für Webanwendungen genutzt, hat wahrscheinlich die beste Dokumentation im ganzen IT-Business – und das aus einem einfachen Grund: jeder Online-Eintrag wird von den Nutzern reichhaltig mit Anmerkungen versehen. Wiederum ist es überraschend, wie viele Webseiten es versäumen, ihren Kunden eine solch einfache Methode zu bieten, um ihr Wissen zu teilen.

Es ist nicht schwer, einige der Tugenden von Web 2.0 ins Geschäftsleben zu übernehmen und davon zu profitieren.