Internet-Wahnsinn
Helft mir im Kampf gegen die Deppen im Netz!

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Unternehmen leiden darunter, dass ihre Mitarbeiter stetig im Web surfen – und viel Unsinn anrichten. Mit Unterstützung der Leser könnte ich es schaffen, eine Technologie zu entwickeln, die diese Idioten für immer aus dem Netz verbannt.

Millionen verdienen, wirklich!

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Ich hoffe doch sehr, dass Sie mir die gehörige Aufmerksamkeit schenken, denn ich habe einen Vorschlag. Ganz im Ernst, er könnte uns Millionen einbringen und Ihr Part bestünde nur darin, ein klein wenig Kapital zu investieren.

Ich denke dabei an ein neues Softwarepaket, mit dem das bestimmende Technologieproblem unseres Zeitalters in den Griff zu bekommen wäre. Es ist eine derart revolutionäre Lösung, absolut simpel und dennoch von so wesentlicher Bedeutung für die modernen Computernutzer, dass sie Office als weltweit allgegenwärtige Anwendung vom Sockel fegen würde.

Und so gehts: Zuerst schreiben wir etwas Code, der feststellen kann, wenn Nutzer eine E-Mail schicken wollen, in einem Chatroom mitmachen wollen, eine Instant Message oder einen Blog schreiben wollen – mit anderen Worten möglichst viele Online-Aktivitäten ausführen wollen.

Die Software löst eine Nachricht aus, die auf dem Bildschirm in 7-Zentimeter großen, roten Lettern mit folgendem Inhalt erscheint: “Was Sie tun, ist gänzlich zu 100% und unabweislich öffentlich. Wenn Sie nicht wünschen, dass dieses Material auf dem Großbildschirm am Piccadilly Circus, den die gesamte Medienwelt dieses Erdballs im Blick hat, erscheint, dann machen Sie jetzt Schluss”.


Genial oder nicht?

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In Windeseile werden wir allen Datenbrüchen, irrtümlich verschickten E-Mails und obszönem Webgeschwafel Einhalt gebieten. Wenn die Leute immer wieder darauf hingewiesen werden, dass alles, was sie tun, öffentlich ist, werden sie vorsichtiger sein – und wenn sie dann immer noch alberne, beleidigende oder bösartige Mitteilungen verschicken, kann niemand sagen, sie wären nicht gewarnt worden. Die einzigen Verlierer wären die Rechtsanwälte.

Ich weiß, was Sie denken: “Das ist genial!”

Aber bevor Sie völlig vom Hocker gerissen werden, muss ich Sie fairerweise vor ein paar Problemen warnen:

Erstens ist eine feindselige Reaktion seitens der Internetfirmen zu erwarten, deren gesamtes Geschäftsmodell auf der irrigen Meinung der Menschen beruht, dass das Web auf irgendeine Weise ein “privates Reich” außerhalb jeglichem juristischem Einflussbereich sei.


Der Markt ist reif!

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Es ist lächerlich, aber viele Firmen werden sich darüber aufregen, dass die aufblinkende Mitteilung lästig ist – wobei wir aber als perfekten Gegenschlag anführen können, dass sie nicht so lästig ist wie seinen Job zu verlieren, weil man eine Mail falsch aufgefasst hat.

Auch werden wir es mit so genannten Konkurrenten zu tun bekommen, die behaupten, dass ihre Content Management Software die Bedeutung von Mitteilungen feststellen kann und automatisch beleidigende, verletzende oder schlicht und einfach dumme Aktivitäten sperrt. Allerdings hat noch niemals jemand einen Filter für das Content Management entwickelt, der nicht ein Schlupfloch für ein paar, nun ja, “sündige” Mitteilungen bietet.

Kurz gesagt: Der Markt ist für unser Produkt bereit – und was für ein Markt!

Ich kann mir vorstellen, dass sich alle politischen Parteien sofort anmelden würden in dem verzweifelten Bemühen, die nächste Generation von Journalisten von Beleidigungen ihrer Mitglieder abzuhalten.

Anwaltskanzleien werden auch mit von der Partie sein wollen, denn sie versuchen, ihre neu angestellten Hochschulabsolventen davon abzuhalten, miteinander zu schlafen und sich dann darüber mit ihren Freunden per E-Mail auszutauschen.


Und jetzt noch vermarkten!

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Auch schlage ich eine Marketingkampagne vor, um Chatroom-Fans ins Visier zu nehmen. Diesen könnte man mit der Nachricht den Mund wässrig machen, dass letzten Monat eine Tracy Williams mit einer Geldbuße von fast 15.000 Euro wegen Verleumdung belegt wurde, weil sie einen Besucher des gleichen Chatrooms als Sittlichkeitsverbrecher bezeichnet hatte. Eigentlich könnte Tracy ja unser Postergirl werden, das Geld würde sie wahrscheinlich gut brauchen können.

Da wären wir also. Wir haben das Produkt, wir haben die Kunden, wir haben sogar eine Werbekampagne. Die einzige Frage ist: Machen Sie mit?