Windows Vista fasziniert und verstört
Windows wirft ein fahles Licht auf Microsofts Web-Pläne

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Die Internet-Technologien des Software-Riesen machen erstaunliche Fortschritte – aber der Schatten von Windows reicht weit in sie hinein. Machen die Web-Services wieder abhängig von einem Windows-Client?

Mix06 – ersaunliche Entwicklungen

Windows Vista fasziniert und verstört

Ich schreibe diesen Artikel aus Las Vegas, wo Microsoft auf einer Konferenz, die sich “Mix06” nennt, Webdesigner und Entwickler umwirbt. Der Internet Explorer 7 wird zur Schau gestellt und auch Atlas, ein JavaScript-Framework, das gleichmäßigere Browser-Anwendungen ermöglicht, die im Hintergrund Daten sammeln und Updates für nur einen Teil der Webseite, die sich geändert hat, durchführt.

Microsoft prahlt auch hier mit Hybrid-Windows und Web-Anwendungen, die für die Windows Presentation Foundation (WPF) – früher auch bekannt unter dem Projektnamen Avalon – als der Teil von Windows Vista entwickelt worden sind, der XAML(eXtensible Application Markup Language) beinhaltet, ein XML-Subset zur ausführlichen Definierung von mächtigen grafischen Benutzeroberflächen.

Während einer programmatischen Sitzung hat Ashley Highfield von der BBC (deren Direktor für Neue Medien und Technologie) Pläne vorgestellt, die den Download aller verfügbaren vom Unternehmen erstellten Produkte 7 Tage, nachdem sie über den Sender gegangen sind, ermöglichen sollen. Die Demonstration der Anwendung auf dem Client sah sehr gut aus, mit 3D-Programmwähler, Transparenzeffekten und Videos in sendereifer Qualität – wobei die erforderliche Bandbreite durch Peer-to-Peer Downloads gemindert wurde.


Besser als Apple?

Windows Vista fasziniert und verstört

Weitere Unterstützung für Windows Vista kam von einer eher unerwarteten Quelle: Marc Canter, einer der Gründer von Macromedia, hat mir gesagt, dass die grafische Oberfläche von Windows Vista “endlich ein Vorsprung Microsofts vor Apple” und dass Flash vergleichsweise “bestenfalls ein Spielzeug” sei.

Diese Feststellung kommt mir doch etwas übertrieben vor. Aber dennoch: Alles deutet darauf hin, dass der schändlich verspätete Internet Explorer 7 ein anständiger Browser sein wird, Windows Vista eine wertvolle Verbesserung zu Windows darstellt und das mit Atlas angereicherte ASP.Net eine solide und produktive Plattform für Web-Anwendungen sein wird.

Canter ist übrigens kein Microsoft-Anbeter – er störte die Sitzung mit seinem Zwischenruf: “Wo sind die offenen APIs?”

Aber Whitcomb, Technischer Direktor für die Webseite der Online Community MySpace, sagte den Delegierten, dass sie mit 65 Millionen Mitgliedern jetzt die am zweithäufigsten frequentierte Seite im Internet sei und MSN auf den dritten Rang verdrängt habe. MySpace läuft auf ASP.Net 2.0 und SQL Server 2005, weshalb man nur schwer behaupten kann, dass die Technologie hohen Anforderungen nicht gerecht würde.


Microsoft 1 gegen Microsoft 2

Windows Vista fasziniert und verstört

Dennoch: Streift man den Glanz von Las Vegas mal ab, bleibt für Microsoft als Kern der Sache eher Windows und nicht das Internet. Es ist ein geteiltes Unternehmen, wobei die eine Hälfte – nennen wir sie Microsoft 1 – besessen daran arbeitet, die Firmen weiterhin in Abhängigkeit von Windows und Office zu halten, während Microsoft 2 seine Energie in Coss-Plattform-Webdienste steckt.

Ein leuchtendes Beispiel von Microsoft 2 hier auf der “Mix06” ist die Arbeit, die Kim Cameron in ein verteiltes und gesichertes Identitätsmanagement steckt. Dabei wird ein System mit der Bezeichnung InfoCard verwendet, das ein Teil von Windows Vista sein wird und auch für Windows XP verfügbar ist.

Das Ziel ist ein sichereres Internet, wo die Sicherheit nicht mehr länger auf Benutzernamen und Passwörtern beruht.

Cameron versteht und fördert Cross-Plattform-Interoperabilität als wesentlich für die Erfolgschancen von InfoCard.

Die auf der Mix06 zur Schau gestellte Technologie hat etwas Bezwingendes an sich. Darin eingeschlossen sind die neuen Möglichkeiten für die über Internet laufenden Anwendungen innerhalb von Windows Vista. Aber Entwickler von Web-Anwendungen für das breite Publikum müssen darauf bedacht sein, dass sie in ihre Vista-konformen Lösungen wieder einmal eine Abhängigkeit von Windows-Clients einarbeiten.

Aus diesem Grunde wird XAML kein schneller Vormarsch vergönnt sein – und Flash wird weiterhin mehr als ein Spielzeug sein.

Wr mehr über die Veranstaltung wissen will, findet hier in Microsofts Entwickler-Channel Videos und Podcasts.